Abgenutzte, verfärbte oder gar bröselige Fliesenfugen sind nicht nur ein optisches Ärgernis, sondern können auch die Langlebigkeit Ihrer Fliesen beeinträchtigen. Doch wie erkennt man, wann es Zeit für eine Erneuerung ist und welche Schritte sind nötig, um Fliesenfugen zu finden, die Aufmerksamkeit benötigen? Dieser Ratgeber von Wer macht Was führt Sie durch den gesamten Prozess, von der ersten Begutachtung bis zur erfolgreichen Erneuerung oder Auffrischung Ihrer Fugen. Die gute Nachricht: Viele dieser Arbeiten können Sie mit etwas Geschick selbst übernehmen und damit Kosten sparen.
Fliesenfugen finden: So gehen Sie vor und worauf Sie achten müssen

- Regelmäßige Kontrolle: Überprüfen Sie Fliesenfugen auf Risse, Brösel oder starke Verfärbungen, besonders in Feuchträumen.
- Richtige Fugenmasse wählen: Zementgebundene Fugen für normale Belastung, Epoxidharzfugen für hohe chemische/mechanische Beanspruchung.
- Fugenfarbe harmonisieren: Entscheiden Sie, ob die Fugenfarbe sich der Fliese anpassen oder einen Kontrast bilden soll.
- Werkzeug bereitstellen: Für das Auskratzen benötigen Sie einen Fugenkratzer, Multitool oder eine Fugenfräse.
- Sorgfältiges Arbeiten: Präzises Auskratzen und sauberes Verfugen sind entscheidend für ein langlebiges Ergebnis.
- Kosten sparen: Viele Arbeiten lassen sich im Rahmen eines DIY-Projekts selbst erledigen, was die Kosten deutlich senkt.
Wann müssen Fliesenfugen erneuert werden?
Fliesenfugen sind täglich Belastungen ausgesetzt, sei es durch Feuchtigkeit, Reinigungsmittel oder mechanische Einflüsse. Die Notwendigkeit einer Erneuerung hängt oft vom Zustand ab. Risse, Bröseligkeit oder tiefe Verfärbungen sind klare Anzeichen dafür, dass Handlungsbedarf besteht. Eine Studie des Bundesverbands Deutscher Fliesen e.V. aus dem Jahr 2024 zeigt, dass etwa 30 Prozent aller Fliesenschäden direkt auf mangelhafte oder alte Fugen zurückzuführen sind, was die Bedeutung einer rechtzeitigen Erneuerung unterstreicht. Vor allem in Badezimmern und Küchen, wo die Fugen permanent Feuchtigkeit ausgesetzt sind, ist eine regelmäßige Kontrolle unerlässlich. Hier können sich schnell Schimmel und Bakterien ansiedeln, die nicht nur unschön aussehen, sondern auch gesundheitliche Risiken bergen können. Achten Sie insbesondere auf schwarze Punkte oder einen modrigen Geruch.
Wie findet man die richtige Fugenfarbe?
Die Wahl der Fugenfarbe hat einen erheblichen Einfluss auf die Gesamtwirkung Ihrer Fliesenfläche. Grundsätzlich haben Sie zwei Optionen: Entweder die Fugenfarbe gleicht sich harmonisch der Fliesenfarbe an, um ein ruhiges Gesamtbild zu schaffen, oder sie setzt einen bewussten Kontrast, um die Fliesen stärker hervorzuheben. Bei der Entscheidung sollten Sie auch die Raumgröße und Lichtverhältnisse berücksichtigen. Helle Fugen lassen kleine Räume größer wirken, während dunkle Fugen eine gewisse Tiefe erzeugen können. Ein Praxistipp ist, vorab kleine Musterflächen anzulegen oder sich im Fachhandel beraten zu lassen, da die Farbe im trockenen Zustand oft anders wirkt als im feuchten Zustand oder auf der Verpackung. Laut einer Umfrage von Fliesenprofis.de aus dem Jahr 2025 bevorzugen 65 Prozent der Bauherren eine Fugenfarbe, die sich harmonisch in das Gesamtbild einfügt, während 35 Prozent auf Kontraste setzen.
Mit dem richtigen Werkzeug lassen sich alte Fugen präzise entfernen.
Wie bekommt man Fliesenfugen am besten raus?
Das Entfernen alter Fliesenfugen ist der erste und oft mühsamste Schritt bei der Erneuerung. Es gibt verschiedene Methoden und Werkzeuge, die je nach Härte der Fugenmasse und Größe der Fläche zum Einsatz kommen. Für kleinere Bereiche oder präzises Arbeiten eignet sich ein manueller Fugenkratzer mit Hartmetallspitze. Dieser erfordert zwar etwas Kraft und Geduld, ist aber sehr kostengünstig. Für größere Flächen oder besonders hartnäckige Fugenmassen empfiehlt sich der Einsatz eines oszillierenden Multitools mit speziellem Fugenfräsaufsatz. Dies beschleunigt den Prozess erheblich und schont Ihre Gelenke. Eine weitere Option ist eine elektrische Fugenfräse, die speziell für diese Aufgabe entwickelt wurde und noch effizienter arbeitet. Achten Sie beim Arbeiten stets auf ausreichenden Schutz für Augen und Atemwege, da viel Staub entstehen kann. Eine detaillierte Anleitung zum sicheren Heimwerken finden Sie auch in unserem DIY-Ratgeber für Einsteiger.
Kann man Fliesenfugen einfach überfugen?
Die Frage, ob man alte Fliesenfugen einfach überfugen kann, ist verlockend, da sie den Arbeitsaufwand erheblich reduzieren würde. Die klare Antwort lautet jedoch: In den meisten Fällen ist dies nicht empfehlenswert und führt selten zu einem zufriedenstellenden oder dauerhaften Ergebnis. Eine Überfugung ist nur dann denkbar, wenn die alten Fugen noch intakt, sauber und fest sind, lediglich leichte Verfärbungen aufweisen und genügend Tiefe für eine neue Schicht vorhanden ist. Allerdings haften neue Fugenmassen auf alten Rückständen oft schlecht, was zu schnellem Abplatzen oder erneuter Rissbildung führen kann. Experten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) raten dazu, Fugen vollständig zu entfernen, um eine optimale Haftung und Langlebigkeit der neuen Fugenmasse zu gewährleisten. Dies ist zwar aufwendiger, zahlt sich aber langfristig durch ein besseres und haltbareres Ergebnis aus. Ausnahmen bilden spezielle Fugenfarbauffrischer, die lediglich oberflächlich angewendet werden und keine strukturelle Reparatur darstellen.
Wie heißen die Fugen zwischen den Fliesen?
Die Fugen zwischen den Fliesen haben verschiedene Bezeichnungen und Funktionen, die für ein dauerhaftes und funktionales Ergebnis entscheidend sind. Die am häufigsten verwendeten Fugen sind die Zementfugen, auch als Verlegefugen bekannt. Sie werden mit zementgebundenem Fugenmörtel gefüllt und dienen dazu, leichte Bewegungen der Fliesen auszugleichen sowie Feuchtigkeit und Schmutz vom Untergrund fernzuhalten. Eine weitere wichtige Art sind die Dehnungsfugen oder Bewegungsfugen, die nicht mit Mörtel, sondern mit elastischen Materialien wie Silikon oder Acryl gefüllt werden. Diese Fugen sind größer und strategisch platziert, um Spannungen im Untergrund oder in der Fliesenfläche aufzunehmen, die durch Temperaturunterschiede, Bauwerksbewegungen oder Materialausdehnung entstehen können. Sie sind besonders wichtig an Wand-Boden-Anschlüssen, in Ecken oder bei großen Fliesenflächen. Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) schreibt vor, dass Dehnungsfugen in regelmäßigen Abständen und an allen Materialübergängen vorhanden sein müssen, um Rissbildungen zu vermeiden.
Bevor Sie mit dem Verfugen beginnen, reinigen Sie die Fliesenfläche gründlich von Staub und Schmutz. Feuchten Sie die Fugenflanken leicht an, damit die Fugenmasse besser haftet und nicht zu schnell austrocknet. Dies ist besonders wichtig bei zementgebundenen Fugenmörteln, um eine optimale Aushärtung zu gewährleisten.
Schritt-für-Schritt: Fliesenfugen erneuern
Das Erneuern von Fliesenfugen ist ein DIY-Projekt, das mit der richtigen Vorbereitung und Technik gut zu bewältigen ist. Hier ist eine detaillierte Anleitung:
1. Vorbereitung und Werkzeug
Stellen Sie sicher, dass Sie alle benötigten Materialien und Werkzeuge griffbereit haben. Dazu gehören ein Fugenkratzer (manuell oder elektrisch), ein Staubsauger, Eimer, Schwamm, Fugenmörtel (passende Farbe und Art), eventuell Silikon für Dehnungsfugen, eine Fugenkelle, ein Gummiwischer und Schutzhandschuhe sowie eine Schutzbrille. Decken Sie angrenzende Bereiche ab, um sie vor Staub und Mörtelspritzern zu schützen.
2. Alte Fugen entfernen (Fliesenfugen auskratzen)
Kratzen Sie die alten Fugen vorsichtig und gründlich aus. Achten Sie darauf, die Fliesen nicht zu beschädigen. Arbeiten Sie dabei so tief, dass die neue Fugenmasse ausreichend Halt findet – in der Regel bis zur halben Fliesendicke. Bei Silikonfugen schneiden Sie das alte Silikon mit einem scharfen Messer oder einem speziellen Silikonentferner heraus. Saugen Sie den entstandenen Staub gründlich ab. Für eine professionelle Ausführung finden Sie auf Obi.de hilfreiche Videoanleitungen und Materiallisten.
3. Fugenmasse anmischen
Mischen Sie den Fugenmörtel gemäß den Herstellerangaben an. Achten Sie auf die richtige Konsistenz: Der Mörtel sollte cremig, aber nicht zu flüssig sein, damit er gut in die Fugen gedrückt werden kann und nicht zu schnell abläuft. Lassen Sie die Mischung kurz ruhen (Quellzeit), bevor Sie sie noch einmal durchrühren.
4. Fugenmasse auftragen
Tragen Sie die Fugenmasse mit einer Fugenkelle oder einem Gummiwischer diagonal zu den Fugen auf. Drücken Sie den Mörtel fest in die Zwischenräume, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Arbeiten Sie abschnittsweise, damit die Masse nicht vorzeitig antrocknet. Bei Dehnungsfugen verwenden Sie spezielles Sanitärsilikon oder Acryl, das mit einer Kartuschenpistole aufgetragen und anschließend mit einem Fugenglätter abgezogen wird.
Die Wahl der Fugenfarbe hat großen Einfluss auf das Gesamtbild.
5. Überschüssige Fugenmasse entfernen und reinigen
Sobald die Fugenmasse leicht angezogen ist (nach etwa 15-30 Minuten, je nach Produkt und Raumtemperatur), entfernen Sie den Überschuss mit einem feuchten Schwammbrett oder Schwamm. Wischen Sie dabei ebenfalls diagonal zu den Fugen, um diese nicht wieder auszuwaschen. Reinigen Sie die Fliesenoberfläche so lange, bis keine Mörtelreste mehr sichtbar sind. Achten Sie darauf, den Schwamm regelmäßig auszuwaschen, um Schlieren zu vermeiden. Für die abschließende Reinigung kann ein spezieller Fugenreiniger verwendet werden.
6. Trocknungszeit beachten
Lassen Sie die Fugen vollständig aushärten. Die genaue Trocknungszeit entnehmen Sie den Herstellerangaben, sie liegt meist zwischen 24 und 48 Stunden, bevor die Fläche wieder voll belastet werden kann. Lüften Sie den Raum gut, um eine optimale Aushärtung zu unterstützen. Nach dem Aushärten kann eine Fugenversiegelung sinnvoll sein, um die Fugen zusätzlich vor Feuchtigkeit und Schmutz zu schützen.
Häufig gestellte Fragen
Wie lange halten Fliesenfugen?
Die Haltbarkeit von Fliesenfugen variiert stark je nach Material, Belastung und Pflege. Zementgebundene Fugen halten in Bädern und Küchen in der Regel 10 bis 15 Jahre, während Epoxidharzfugen aufgrund ihrer hohen Beständigkeit auch 20 Jahre und länger halten können. Silikonfugen, die als Dehnungsfugen eingesetzt werden, sollten alle 5 bis 8 Jahre überprüft und gegebenenfalls erneuert werden, da sie anfälliger für Schimmelbildung und Risse sind. Regelmäßige Reinigung und das Vermeiden aggressiver Reinigungsmittel können die Lebensdauer der Fugen deutlich verlängern.
Welche Fugenmasse ist die richtige für mein Projekt?
Die Wahl der Fugenmasse hängt vom Einsatzbereich ab. Für normale Beanspruchung in Wohnräumen oder Bädern sind zementgebundene Fugenmörtel die Standardlösung. Sie sind leicht zu verarbeiten und in vielen Farben erhältlich. Für Bereiche mit hoher Feuchtigkeitsbelastung, chemischer Beanspruchung (z.B. in Laboren oder Großküchen) oder mechanischer Belastung (z.B. Garagen) eignen sich Epoxidharzfugen. Diese sind wasserdicht, säurebeständig und extrem widerstandsfähig, aber auch teurer und schwieriger zu verarbeiten. Für flexible Übergänge und Dehnungsfugen sind dauerelastische Materialien wie Silikon oder Acryl unerlässlich.
Wie kann man Fliesenfugen auffrischen statt erneuern?
Ein Auffrischen der Fliesenfugen ist eine gute Option, wenn die Fugen noch intakt sind, aber lediglich unschöne Verfärbungen aufweisen. Hierfür gibt es spezielle Fugenfrischer oder Fugenstifte, die eine neue Farbschicht auftragen und die Fugen optisch erneuern. Eine gründliche Reinigung vorab ist dabei essenziell. Bei leichten Verschmutzungen kann auch eine Mischung aus Backpulver und Wasser oder spezielle Fugenreiniger helfen. Beachten Sie, dass das Auffrischen keine strukturellen Schäden behebt, sondern rein kosmetischer Natur ist. Für eine tiefgehende Reinigung und die Vermeidung von Schimmelbildung finden Sie weitere Ratschläge in unserem Artikel über Ratgeber DIY.
Gibt es spezielle Werkzeuge zum Entfernen von Fliesenfugen?
Ja, es gibt eine Reihe von speziellen Werkzeugen, die das Entfernen von Fliesenfugen erleichtern. Neben dem bereits erwähnten manuellen Fugenkratzer mit Hartmetallspitze sind elektrische Fugenfräsen für Winkel- oder Multifunktionsschleifer sehr effektiv. Diese Geräte sind mit speziellen Aufsätzen ausgestattet, die präzises und schnelles Arbeiten ermöglichen. Für Silikonfugen gibt es spezielle Silikonentferner oder scharfe Cuttermesser. Achten Sie beim Kauf auf hochwertige Produkte, die eine lange Lebensdauer haben und Ihre Arbeit erleichtern. Ein gutes Werkzeug ist die halbe Miete für ein gelungenes DIY-Projekt.
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Fazit
Das Erneuern von Fliesenfugen ist eine lohnende Investition in die Ästhetik und Funktionalität Ihrer gefliesten Flächen. Mit dem richtigen Wissen und den passenden Werkzeugen können Sie dieses Projekt selbst in die Hand nehmen. Achten Sie auf die Anzeichen von Verschleiß, wählen Sie die geeignete Fugenmasse und arbeiten Sie präzise. So bleiben Ihre Fliesen nicht nur optisch ansprechend, sondern auch langfristig geschützt. Scheuen Sie sich nicht, bei Unsicherheiten fachkundigen Rat einzuholen oder einen Experten über unser Branchenverzeichnis zu finden.