EDEKA tegut Übernahme: Kartellamt gibt 178 Märkte frei

Die EDEKA tegut Übernahme ist genehmigt: Das Bundeskartellamt hat am 28. September 2026 entschieden, dass EDEKA 178 Märkte der hessischen Supermarktkette übernehmen darf, und die Entscheidung am 26. Oktober 2026 veröffentlicht. Ursprünglich wollte EDEKA 202 der rund 300 tegut-Märkte kaufen. Nach Bedenken der Behörde sagte der Konzern zu, 24 Standorte vier Jahre lang nicht zu erwerben. Verkäufer ist die Schweizer Migros, zu der tegut seit 2013 gehört.
Was hat das Bundeskartellamt zur EDEKA tegut Übernahme entschieden?
Das Bundeskartellamt hat die Übernahme von 178 tegut-Märkten sowie weiteren Unternehmensteilen unter Nebenbestimmungen freigegeben. Laut veröffentlichter Entscheidung des Bundeskartellamts erging sie am 28. September 2026. Die Behörde hatte befürchtet, dass der Marktanteil von EDEKA in einzelnen Regionen so hoch würde, dass wirksamer Wettbewerb gefährdet wäre. Die Zusagen sollen nach Darstellung von Kartellamtspräsident Andreas Mundt verhindern, dass sich die Einkaufsmöglichkeiten in den betroffenen Regionen verschlechtern.
Zum Paket gehören neben den 178 Märkten das Logistikzentrum in Hünfeld-Michelsrombach, die Herzberger Bäckerei und 41 unbesetzte Teo-Minimärkte. Die meisten der freigegebenen Märkte liegen in Hessen, Bayern und Thüringen, wie dpa über inFranken.de berichtet.
Warum verzichtet EDEKA auf 24 Standorte?
EDEKA verpflichtet sich, 24 der ursprünglich geplanten 202 Standorte vier Jahre lang nicht zu erwerben, weil die Kartellwächter dort zu hohe Marktanteile sahen. Das sind 11,9 Prozent des Wunschpakets (24 von 202). EDEKA bedauerte, eine erhebliche Zahl an Standorten abgeben zu müssen. Zugleich nannte der Konzern die Entscheidung „eine gute Nachricht für die Beschäftigten und die Menschen in den betroffenen Regionen“. Nach EDEKA-Angaben erhalten rund 3.700 Beschäftigte in den übernommenen Märkten eine klare Perspektive.
Wer bekommt die übrigen tegut-Märkte?
Neben EDEKA haben auch Tante Enso und REWE Zuschläge für tegut-Märkte erhalten. Tante Enso wurde im Juni für 36 Märkte freigegeben, REWE im Oktober für 38 von zunächst 40 angemeldeten Märkten. REWE muss vier Jahre auf Marburg-Ketzerbach und Schlüchtern verzichten, wie topagrar berichtet.
| Käufer | Freigegebene Märkte | Stand |
|---|---|---|
| EDEKA | 178 (von 202 geplanten) | 28.09.2026 |
| REWE | 38 (von 40 angemeldeten) | 14./15.10.2026 |
| Tante Enso | 36 | Juni 2026 |
| Summe vergeben | 252 | Eigene Berechnung |
| Offen (bei rund 300 Märkten) | ca. 48 (16 Prozent) | Eigene Berechnung, Stand 27.10.2026 |
Der Anteil der vergebenen Märkte liegt damit bei rund 84 Prozent (252 von etwa 300). Wie es mit den restlichen Märkten weitergeht, ist offen. Migros Zürich erklärte, Standorte ohne Käufer gingen in ein laufendes Bieterverfahren. Die Marke tegut soll eingestellt werden.
📌 Gut zu wissen
Die Freigabe betrifft die Eigentumsverhältnisse, nicht sofort die Schilder. Wann einzelne Märkte umgeflaggt werden, haben EDEKA und Migros bislang nicht für alle Standorte genannt. Aktuelle Supermärkte und Filialen in der Region listet das Verzeichnis unter Supermarkt.
Wie konzentriert ist der Lebensmittelhandel in Deutschland?
EDEKA, REWE, die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) und Aldi erzielten 2025 zusammen mehr als 90 Prozent des bundesweiten Lebensmittelumsatzes. Eine gemeinsame marktbeherrschende Stellung der Marktführer stellte das Bundeskartellamt dennoch nicht fest. Hohe Konzentration allein reicht laut Mundt nicht aus, um einen Zusammenschluss zu untersagen. Wer die Konzerne hinter den Marken sind, zeigen die Serienbeiträge Wem gehört EDEKA? und Wem gehört REWE?.
Was bedeutet die EDEKA-Übernahme für Kunden und Beschäftigte?
Für Kunden hängt der Zeitpunkt der Umstellung vom jeweiligen Standort ab. Für Beschäftigte bringt die Freigabe Planungssicherheit, denn tegut beschäftigt nach Angaben von Migros knapp 7.500 Menschen. Die Gründung der Kette liegt im Jahr 1947 in Fulda, aktiv ist sie in sechs Bundesländern, die meisten Märkte stehen in Hessen.
(Lesen Sie auch: Wem gehört Migros? – die Genossenschaft hinter dem bisherigen tegut-Eigentümer. Und: Wem gehört Globus? – ein Familienunternehmen als Gegenmodell zu den Genossenschaften.)
Häufige Fragen
Wann wurde die EDEKA-Übernahme von tegut genehmigt?
Das Bundeskartellamt hat die Übernahme am 28. September 2026 unter Nebenbestimmungen freigegeben und die Entscheidung am 26. Oktober 2026 veröffentlicht.
Wie viele tegut-Märkte übernimmt EDEKA?
EDEKA darf 178 tegut-Märkte übernehmen. Dazu kommen das Logistikzentrum in Hünfeld-Michelsrombach, die Herzberger Bäckerei und 41 Teo-Minimärkte.
Warum musste EDEKA Standorte abgeben?
Das Bundeskartellamt sah in einzelnen Regionen die Gefahr, dass EDEKAs Marktanteil zu hoch wird. EDEKA verzichtet deshalb vier Jahre lang auf 24 Standorte.
Was passiert mit der Marke tegut?
Nach Angaben von Migros soll die Marke eingestellt werden. Die übernommenen Märkte laufen künftig unter den Marken der Käufer.
Welche anderen Käufer gibt es für tegut?
Tante Enso wurde für 36 Märkte freigegeben, REWE für 38. Die Zukunft der übrigen Märkte ist offen, Migros führt dafür ein Bieterverfahren.
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Quellen (Abruf: 27.10.2026)
- Bundeskartellamt: Veröffentlichte Entscheidung EDEKA/tegut, Az. B4-32/26 (26.10.2026)
- Lebensmittelpraxis: Kartellamt genehmigt EDEKA-Übernahme von 178 tegut-Filialen (28.09.2026)
- dpa/inFranken.de: Edeka darf 178 Tegut-Supermärkte übernehmen (28.09.2026)
- retail-news.de: Bundeskartellamt gibt REWE-Übernahme von 38 tegut-Märkten frei (14.10.2026)