Wirtschaft

DeinFach und myflexbox: 50.000 Paketautomaten bis 2030

DeinFach und myflexbox: Reihe moderner Paketautomaten an einer Stadtstraße

DeinFach und myflexbox bündeln ihre Paketstationen unter der Marke myflexbox. Zu rund 3.000 myflexbox-Standorten in Deutschland und Österreich kommen etwa 19.000 Stationen des DHL-Konzerns, bis 2030 sollen es rund 50.000 Paketautomaten in Deutschland werden. Das teilte die DHL Group am 1. Oktober 2026 mit. Für Dich ändert sich heute noch nichts: Ein Automat hilft erst, wenn er in Deiner Nähe steht.

Das Wichtigste in Kürze
  • Die Deutsche-Post-Tochter DeinFach geht in der Marke myflexbox auf, die Umstellung erfolgt schrittweise.
  • Heute: rund 3.000 myflexbox-Stationen plus etwa 19.000 DHL-Packstationen, Poststationen und DeinFach-Automaten.
  • Ziel 2030: rund 50.000 Paketautomaten in Deutschland, mehr als die Hälfte davon anbieteroffen.
  • Anbieteroffen heißt: mehrere Paketdienste beliefern denselben Automaten.
  • Kaufpreis und kartellrechtliche Prüfung nennt die Mitteilung nicht.

Was haben DeinFach und myflexbox angekündigt?

Die Deutsche-Post-Tochter DeinFach und der österreichische Betreiber myflexbox führen ihre anbieteroffenen Paketstationen zusammen. Das Netz läuft künftig unter dem Namen myflexbox und gilt nach Angaben der DHL Group als größtes offenes Paketstationsnetz im deutschsprachigen Raum. Nach einem dpa-Bericht läuft der Schritt als Kauf über die Post-Tochter AZL GmbH; die Mitteilung selbst spricht von einem Zusammenschluss.

Kennzahl Wert Stand
myflexbox-Stationen (Deutschland und Österreich) rund 3.000 1. Oktober 2026
DHL-Packstationen, Poststationen und DeinFach-Automaten rund 19.000 1. Oktober 2026
Zielmarke Paketautomaten in Deutschland rund 50.000 bis 2030 1. Oktober 2026
Anteil anbieteroffener myflexbox-Lösungen am Ausbau über 50 Prozent 1. Oktober 2026

Wie viele Paketautomaten kommen bis 2030 wirklich dazu?

Zieht man von den 50.000 Automaten die heutigen rund 22.000 Stationen ab, bleiben etwa 28.000 neue Standorte in vier Jahren. Das ist eine eigene Rechnung auf Basis der Konzernzahlen, kein Wert aus der Mitteilung: Sie ergibt rund 7.000 Automaten pro Jahr, also knapp 20 pro Tag. Die myflexbox-Stationen in Österreich sind darin nicht herausgerechnet, der deutsche Zubau liegt damit eher etwas höher.

Bei 83,5 Millionen Einwohnern (Destatis, Stand 31. Dezember 2025) käme dann ein Automat auf rund 1.670 Menschen. Heute sind es mit den knapp 19.000 Konzernstationen rechnerisch rund 4.400. Das Ziel, dass die Mehrheit eine Station in fünf bis zehn Gehminuten erreicht, hängt allerdings an den Standorten, nicht an der Gesamtzahl.

Warum steht die Neutralität von myflexbox in der Diskussion?

myflexbox warb bisher mit Unabhängigkeit von einzelnen Paketdiensten, jetzt gehört das Netz zum DHL-Umfeld, das mit eigenen Packstationen parallel am Markt ist. Laut dpa betont DeinFach-Chef Lukas Beckedorff, Standorte seien ein knappes Gut und parallele Automatennetze nutzten es ineffizient. Offen bleibt, wie Plätze verteilt werden, wenn DHL-Packstation und offene Station um denselben Standort konkurrieren.

Auch myflexbox-Gründer Jonathan Grothaus verweist laut Mitteilung auf einen Partner, der die Vision eines offenen Netzes teile. Ob Wettbewerber wie Hermes, DPD, GLS oder UPS die Stationen gleichberechtigt nutzen können, wird sich an den Konditionen zeigen. Dazu macht die Mitteilung keine Angaben.

Was ändert sich für Verbraucher und Paketshops?

Für Verbraucher ändert sich kurzfristig nichts: Heimzustellung und Partnerfilialen der Deutschen Post bleiben laut Mitteilung unverändert. Mittelfristig sollen mehrere Paketdienste an einer Station abliefern, sodass Du nicht mehrere Abholorte ansteuern musst. Welche Optionen es bisher gibt, zeigt unser Vergleich von DHL, Hermes und UPS. Zur Absicherung von Sendungen in Automaten lies unseren Beitrag zur Packstation-Versicherung.

Für Händler und Paketshops stellt sich die Frage, wie sich das Automatennetz auf Abgabe und Abholung auswirkt. Logistikdienstleister und Paketshops in Deiner Region findest Du in der Kategorie Transport & Logistik mit 535 eingetragenen Anbietern. Wer hinter dem Konzern steckt, steht in Wem gehört DHL?.

Häufige Fragen

Was ist myflexbox?

myflexbox ist ein österreichischer Betreiber anbieteroffener Paketstationen, an denen mehrere Paketdienste zustellen können. Das Netz umfasst rund 3.000 Stationen in Deutschland und Österreich (Stand 1. Oktober 2026).

Was passiert mit der Marke DeinFach?

DeinFach wird nach Angaben der DHL Group schrittweise in die Marke myflexbox überführt. Die klassischen Deutsche-Post-Leistungen wie Heimzustellung und Partnerfilialen bleiben unverändert.

Wie viele Paketautomaten soll es 2030 geben?

Geplant sind rund 50.000 Paketautomaten in Deutschland, mehr als die Hälfte davon anbieteroffene myflexbox-Lösungen. Nach dpa-Angaben lag die bisherige Zielmarke bei 30.000.

Wie viel kostet die Übernahme?

Einen Kaufpreis nennt die Mitteilung nicht. Auch zu einer kartellrechtlichen Prüfung gibt es dort keine Angaben.

Können alle Paketdienste die Stationen nutzen?

Das Konzept ist anbieteroffen, mehrere Paketdienste sollen an einem Standort zustellen. Welche Dienste konkret und zu welchen Konditionen teilnehmen, hat die DHL Group nicht mitgeteilt.

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Quellen