Wirtschaft

Wem gehört npower? Britischer Versorger im E.ON-Konzern

Wem gehört npower – der britische Energieversorger gehört seit 2019 zum E.ON-Konzern

Wem gehört npower? Der traditionsreiche britische Energieversorger gehört seit 2019 zum E.ON-Konzern. Die rund zwei Millionen Privatkunden wurden bis 2021 auf die neue Plattform E.ON Next umgezogen, die Marke npower verschwand aus dem Endkundenmarkt. Überlebt hat sie an einer Stelle: npower Business Solutions beliefert weiterhin Großkunden – als Teil von E.ON UK.

Kurz zusammengefasst
Wem gehört npower? Seit 2019 vollständig E.ON. Zuvor gehörte das Unternehmen zu RWE (2002–2016) und zur RWE-Abspaltung Innogy SE (2016–2019). Als Haushaltsversorger existiert npower seit 2021 nicht mehr – die Marke lebt ausschließlich als npower Business Solutions im Geschäftskundensegment weiter.

Das Wichtigste im Überblick

  • npower entstand im Jahr 2000 als Innogy plc aus der Aufspaltung von National Power.
  • 2002 übernahm der deutsche RWE-Konzern das Unternehmen (RWE npower), 2016 wechselte es zur RWE-Tochter Innogy SE.
  • Seit 2019 gehört npower zu E.ON UK – als Folge des großen Tauschgeschäfts zwischen E.ON und RWE.
  • Bis 2021 wurden rund 2 Millionen Privatkunden zu E.ON Next migriert.
  • Heute existiert npower nur noch als B2B-Marke npower Business Solutions mit Sitz in Swindon.

Was ist npower überhaupt?

npower war einer der großen britischen Strom- und Gasversorger und zählte zu den sogenannten Big Six, die den Energiemarkt in Großbritannien dominierten. Das Unternehmen entstand im Jahr 2000 als Innogy plc aus der Aufspaltung von National Power, war an der Londoner Börse notiert und Mitglied im FTSE 100.

Die deutsche Verbindung kam früh. Bereits im März 2002 übernahm RWE das Unternehmen, das fortan als RWE npower firmierte. Als RWE im April 2016 seine Sparten Netz, Vertrieb und Erneuerbare in die neue Tochter Innogy SE auslagerte, wanderte auch npower dorthin. Und wer die Serie hier verfolgt, ahnt den Rest: Mit der Übernahme von Innogy durch E.ON wechselte auch npower den Besitzer.

Wem gehört npower heute?

npower gehört heute vollständig zu E.ON UK, der britischen Landesgesellschaft des Essener E.ON-Konzerns. Aktiv ist die Marke nur noch im Geschäftskundenbereich: npower Business Solutions beliefert über 20.000 Geschäftskunden mit Strom und Gas und berät Unternehmen bei Energiemanagement und Net-Zero-Strategien.

Für Privathaushalte gibt es npower dagegen nicht mehr. Wie E.ON auf der offiziellen E.ON-Next-Informationsseite bestätigt, wurden alle Privat- und Kleingewerbekunden zu E.ON Next umgezogen – npower hat den Betrieb als Haushaltsversorger eingestellt.

Wie kam npower zu E.ON?

npower kam über das große Tauschgeschäft zwischen E.ON und RWE zu E.ON: Im Zuge der Innogy-Übernahme übernahm der Essener Konzern 2019 auch das britische Vertriebsgeschäft. Zuvor war 2018 eine geplante Fusion von npower mit dem Konkurrenten SSE geplatzt – npower schrieb zu diesem Zeitpunkt hohe Verluste.

Der Neustart unter E.ON begann hart. Im November 2019 kündigte der Konzern eine Restrukturierung an, die laut Solar Power Portal bis zu 4.500 Stellen kostete. Unison-Generalsekretär Dave Prentis nannte die Ankündigung kurz vor Weihnachten einen grausamen Schlag für die Belegschaft. Die verbliebenen Kunden wurden anschließend schrittweise auf eine gemeinsame IT-Plattform überführt.

Jahr Ereignis
2000 Gründung als Innogy plc (Aufspaltung von National Power)
März 2002 Übernahme durch RWE, Umfirmierung in RWE npower
April 2016 Übergang zur RWE-Abspaltung Innogy SE
2018 Geplante Fusion mit SSE scheitert
2019 Übergang zu E.ON UK im Rahmen des Innogy-Deals
November 2019 Restrukturierung mit bis zu 4.500 Stellenstreichungen
2021 Migration von 2 Mio. Kunden zu E.ON Next abgeschlossen, Marke nur noch B2B

Was wurde aus den npower-Kunden?

Die npower-Kunden wurden je nach Kundengruppe aufgeteilt: Rund 2 Millionen Privat- und Kleingewerbekunden wechselten bis Mitte 2021 auf die neue Plattform E.ON Next, Großkunden blieben bei npower Business Solutions. Guthaben und Salden wurden dabei automatisch übertragen, wie das britische Verbraucherportal Choose berichtet.

Der Markt veränderte sich damit spürbar. Aus den Big Six wurden die Big Five – und E.ON kam nach der Migration laut Choose auf rund 18 Prozent Marktanteil beim Strom und etwa 14,6 Prozent beim Gas in Großbritannien (Stand: 2021), nur British Gas lag darüber.

Kundengruppe Gehört heute zu
Privatkunden E.ON Next
Kleine und mittlere Unternehmen E.ON Next
Großkunden / Industrie npower Business Solutions (E.ON UK)

Was macht npower Business Solutions heute?

npower Business Solutions ist der verbliebene aktive Teil der Marke: ein B2B-Energieversorger mit Sitz in Swindon, der große Unternehmen in Großbritannien mit Strom und Gas beliefert. Dazu kommen Beratungsleistungen rund um Energiemanagement, Verbrauchsoptimierung und den Weg zur Klimaneutralität. Rechtlich firmiert das Geschäft unter der Npower Commercial Gas Limited im E.ON-UK-Konzern. Die Marke lebt also – nur eben ohne Haushalte.

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Häufig gestellte Fragen

Ist npower noch ein Stromanbieter für Privatkunden?

Nein. npower hat den Betrieb als Haushaltsversorger 2021 eingestellt. Alle Privat- und Kleingewerbekunden wurden auf die E.ON-Plattform E.ON Next umgezogen, inklusive bestehender Guthaben und Verträge.

Gehört npower zu RWE?

Nicht mehr. RWE war von 2002 bis 2016 Eigentümer, danach gehörte npower zur RWE-Abspaltung Innogy SE. Seit dem Innogy-Deal 2019 liegt das Unternehmen vollständig bei E.ON.

Was ist E.ON Next?

E.ON Next ist die Endkundenplattform von E.ON in Großbritannien. Sie bündelt die früheren npower-Kunden sowie schrittweise auch klassische E.ON-Tarifkunden und liefert Strom aus erneuerbaren Quellen als Standard.

Gibt es die Marke npower noch?

Ja, aber nur im Geschäftskundenbereich. Als npower Business Solutions beliefert die Marke über 20.000 Geschäftskunden in Großbritannien – als Teil von E.ON UK mit Sitz in Swindon.

Was waren die Big Six?

Die Big Six waren die sechs dominierenden Energieversorger Großbritanniens: British Gas, E.ON, npower, EDF, Scottish Power und SSE. Mit dem Ende der npower-Privatkundensparte 2021 wurden daraus die Big Five.

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(Lesen Sie auch: Wem gehört Innogy? So lief die Übernahme durch E.ON – oder stöbern Sie im Wirtschafts-Ressort und im Branchenverzeichnis von Wer macht Was.)

Fazit

Wem gehört npower? E.ON – über den Umweg RWE und Innogy. Was 2000 als börsennotierter Big-Six-Versorger begann, ist heute auf eine B2B-Marke im E.ON-UK-Konzern geschrumpft: Privatkunden laufen unter E.ON Next, Großkunden unter npower Business Solutions. Ein britisches Traditionsunternehmen, das gleich zweimal Teil deutscher Konzerngeschichte wurde.