Wirtschaft

Ausbildung Sanitär Heizung Klima: +30,5 % Azubis in zehn Jahren

Ausbildung Sanitär Heizung Klima: Azubi installiert Heizungsanlage

Destatis-Zahlen: Azubi-Boom in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik trotz Fachkräftemangel im Bestand

Die wichtigsten Fakten
  • 2025 begannen rund 14.400 Menschen eine Ausbildung Sanitär Heizung Klima – 30,5 % mehr als 2015 (rund 11.000).
  • Der Frauenanteil unter den neuen Azubis liegt bei nur 2,4 % – im dualen System insgesamt sind es 36,0 %.
  • Rund 278.000 Menschen arbeiteten 2025 in der Branche, 4,1 % mehr als 2021.
  • Handwerksleistungen an Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen kosteten im August 2026 6,6 % mehr als ein Jahr zuvor – die Verbraucherpreise insgesamt stiegen nur um 2,9 %.
  • Fast jede vierte Fachkraft in der Branche (23,3 %) ist zwischen 55 und 64 Jahre alt und rückt in den kommenden Jahren in den Ruhestand.

Der Nachwuchs im Heizungskeller wächst: Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am 16. September 2026 mitteilte, entschieden sich 2025 rund 14.400 junge Menschen für eine Ausbildung Sanitär Heizung Klima – zehn Jahre zuvor waren es noch etwa 11.000, ein Plus von 30,5 Prozent. Gleichzeitig ziehen die Preise für Heizungs- und Sanitärarbeiten deutlich stärker an als die Inflation insgesamt, und fast ein Viertel der aktuell Beschäftigten steht kurz vor der Rente. Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das: mehr Nachwuchs ist in Sicht, spürbare Entlastung bei Preis und Wartezeit aber noch nicht.

Wie stark ist die Ausbildung Sanitär Heizung Klima in zehn Jahren gewachsen?

Im Jahr 2025 wurden knapp 14.400 neue Ausbildungsverträge in Berufen der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik abgeschlossen, wie Destatis auf Basis der amtlichen Berufsbildungsstatistik (§ 88 Berufsbildungsgesetz) ermittelte. Das sind 3.400 Verträge mehr als 2015 mit damals rund 11.000 – ein Plus von 30,5 Prozent in zehn Jahren, rechnerisch ein Wachstum von durchschnittlich rund 2,7 Prozent pro Jahr.

Kennzahl Wert damals Wert aktuell Veränderung
Neue Azubi-Verträge SHK rund 11.000 (2015) rund 14.400 (2025) +30,5 %
Erwerbstätige in der Branche rund 267.000 (2021) rund 278.000 (2025) +4,1 %
Betriebe ab 20 Beschäftigten rund 2.900 (Q1 2016) rund 4.100 (Q1 2026) +38,9 %
Branchenumsatz (Betriebe ab 20 Besch.) rund 2,9 Mrd. Euro (2016) rund 5,9 Mrd. Euro (2026) +103,8 %

Quelle: Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. N064 vom 16.09.2026, abgerufen am 17.09.2026.

Warum werden Heizungs- und Sanitärarbeiten gerade jetzt teurer?

Für Arbeiten an Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen mussten Verbraucherinnen und Verbraucher im August 2026 laut Destatis 6,6 Prozent mehr bezahlen als im Vorjahresmonat, für Heizungs- und Wassererwärmungsanlagen waren es 5,1 Prozent. Die allgemeine Teuerung (Verbraucherpreisindex) lag im selben Zeitraum bei 2,9 Prozent – Handwerksleistungen der Branche verteuerten sich damit um 3,7 beziehungsweise 2,2 Prozentpunkte stärker als der Durchschnittswarenkorb. Ein Grund dafür liegt auch im Zahlenwerk selbst: Der Umsatz der größeren SHK-Betriebe hat sich seit 2016 mehr als verdoppelt (+103,8 %), während die Zahl dieser Betriebe nur um 38,9 Prozent zunahm. Rein rechnerisch stieg der Umsatz je Betrieb damit von rund 1,0 auf etwa 1,44 Millionen Euro – ein Hinweis darauf, dass einzelne Betriebe heute deutlich mehr Auftragsvolumen stemmen als noch vor zehn Jahren.

📌 Gut zu wissen

Wer aktuell eine Heizung sanieren oder eine Wärmepumpe einbauen lassen will, sollte wegen der gestiegenen Auftragslage mehrere Angebote einholen und frühzeitig Termine anfragen. Ein Vergleich mehrerer geprüfter Betriebe hilft, Wartezeit und Preis realistisch einzuschätzen.

Wie hoch ist der Frauenanteil unter den neuen Azubis?

Nur 2,4 Prozent der neuen Ausbildungsverträge in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik gingen 2025 an Frauen, wie Destatis mitteilt. Im dualen Ausbildungssystem insgesamt lag der Frauenanteil mit 36,0 Prozent mehr als das Fünfzehnfache höher – die Branche bleibt damit eine der am stärksten männlich geprägten Ausbildungsrichtungen in Deutschland.

Droht der Branche trotz des Azubi-Plus ein Fachkräftemangel?

Knapp jede vierte Fachkraft in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik (23,3 Prozent) war 2025 zwischen 55 und 64 Jahre alt, wie Destatis errechnet hat, und dürfte in den nächsten zehn Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. 2021 hatte dieser Anteil noch bei 22,3 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Über alle Berufe hinweg stieg der Anteil der 55- bis 64-Jährigen im gleichen Zeitraum nur von 22,0 auf 23,0 Prozent – die SHK-Branche altert damit einen Tick schneller als der Arbeitsmarkt insgesamt. Wie stark sich der Fachkräftemangel auf andere Branchen auswirkt, zeigt ein Überblick zu besonders betroffenen Berufsgruppen.

Wie finden Verbraucher trotz Auftragsstau einen geprüften Sanitär- und Heizungsbetrieb?

Wer angesichts voller Auftragsbücher einen zuverlässigen Betrieb sucht, findet über das Branchenverzeichnis für Sanitär- und Heizungsbetriebe aktuell rund 2.800 gelistete Anbieter in Deutschland, Österreich und der Schweiz – filterbar nach Ort und Leistungsschwerpunkt. Bevor Sie einen Auftrag vergeben, lohnt sich ein Blick auf was Sie vor der Beauftragung eines Sanitärbetriebs klären sollten und auf realistische Stundensätze und Kosten im Sanitärbereich, um Abzocke bei Notdiensten zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Menschen begannen 2025 eine Ausbildung in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik?

Rund 14.400 Menschen starteten 2025 eine Ausbildung in der Branche, wie Destatis am 16. September 2026 mitteilte. Das waren 30,5 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor, als es rund 11.000 Auszubildende waren.

Wie hoch ist der Frauenanteil bei den neuen Azubis in diesem Bereich?

Der Frauenanteil lag 2025 bei 2,4 Prozent der neuen Ausbildungsverträge – deutlich unter dem Durchschnitt aller dualen Ausbildungsberufe von 36,0 Prozent.

Warum sind Heizungs- und Sanitärarbeiten aktuell teurer als andere Leistungen?

Die Preise für Arbeiten an Gas-, Wasser- und Entwässerungsanlagen stiegen im August 2026 um 6,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, für Heizungs- und Wassererwärmungsanlagen um 5,1 Prozent. Die allgemeine Inflation lag im Vergleich bei nur 2,9 Prozent.

Wie viele Menschen arbeiten insgesamt in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik?

Nach Erstergebnissen des Mikrozensus waren 2025 rund 278.000 Menschen in der Branche erwerbstätig, 4,1 Prozent mehr als 2021 mit rund 267.000 Beschäftigten.

Droht der Branche ein Fachkräftemangel durch Verrentung?

Ein erhebliches Risiko besteht: 23,3 Prozent der Beschäftigten waren 2025 zwischen 55 und 64 Jahre alt und dürften in den kommenden zehn Jahren aus dem Berufsleben ausscheiden. Der gestiegene Azubi-Zulauf federt das nur teilweise ab.

Wo finde ich einen geprüften Sanitär- oder Heizungsbetrieb in meiner Nähe?

Im Branchenverzeichnis von Wer macht Was sind aktuell rund 2.800 Sanitär- und Heizungsbetriebe aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gelistet, filterbar nach Ort und Leistung.

(Lesen Sie auch: Sanitär-Notdienst-Abzocke: So erkennst du unseriöse Anbieter)

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