Wirtschaft

Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte: 56 % der Köche

Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte: Köche arbeiten in einer Restaurantküche

Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte stellen 2025 in mehreren Mangelberufen die Mehrheit: 56 Prozent der Köche, 55 Prozent in der Lebensmittelherstellung und 54 Prozent bei den Bodenlegern haben laut Statistischem Bundesamt eine Einwanderungsgeschichte. Über alle Erwerbstätigen liegt der Anteil bei 27 Prozent – in der Küche ist er also gut doppelt so hoch.

Das Wichtigste in Kürze
  • 27 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland haben 2025 eine Einwanderungsgeschichte.
  • Spitzenreiter sind Köche (56 %), Lebensmittelherstellung (55 %) und Bodenverlegung (54 %).
  • Am niedrigsten liegt der Anteil im Rettungsdienst (7 %), im Fleischverkauf (13 %) und in der Landwirtschaft (15 %).
  • Zugewanderte aus EU-Staaten sind nach fünf Jahren zu 89 % (Männer) bzw. 73 % (Frauen) erwerbstätig.

Wie viele Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte arbeiten in welchem Beruf?

Der Anteil zeigt, wie viele Beschäftigte eines Berufs selbst eingewandert sind oder zwei zugewanderte Elternteile haben. So definiert es das Statistische Bundesamt. Die Pressemitteilung vom 28. September 2026 (Daten 2025) liefert folgende Werte, die Spalte „Faktor“ ist unsere eigene Rechnung gegenüber dem Durchschnitt von 27 Prozent:

Beruf Anteil 2025 Faktor zum Schnitt (27 %)
Köche 56 % 2,1×
Lebensmittelherstellung 55 % 2,0×
Bodenverlegung 54 % 2,0×
Gerüstbau 51 % 1,9×
Fleischverarbeitung 51 % 1,9×
Busse und Straßenbahnen (Fahrpersonal) 47 % 1,7×
Service in der Gastronomie 47 % 1,7×
Pflegeberufe 33 % 1,2×
Zahnmedizinische Fachangestellte 32 % 1,2×
Elektroinstallation am Bau 29 % 1,1×
Landwirtschaft 15 % 0,6×
Fleischverkauf 13 % 0,5×
Rettungsdienst 7 % 0,3×

Auffällig: Gerade in Berufen, in denen Betriebe seit Jahren Personal suchen, liegt der Faktor bei 1,9 bis 2,1. Im Rettungsdienst dagegen erreicht der Anteil nur rund ein Viertel des Durchschnitts. Laut Statistischem Bundesamt sind Beschäftigte mit Einwanderungsgeschichte damit in vielen Mangelberufen überdurchschnittlich stark vertreten.

Was bedeutet das für Betriebe in Handwerk und Gastronomie?

Für Betriebe in Bau und Gastronomie bedeutet der hohe Anteil: Ihr Personal hängt zu großen Teilen an Zuwanderung. Im Verzeichnis von Wer macht Was sind allein 14.316 Anbieter aus Handwerk und Bau und 14.292 aus Gastronomie und Hotellerie eingetragen (Stand: 29. September 2026, eigene Zählung).

Wie wir berichtet haben, will die Bundesregierung das Kontingent der Westbalkanregelung ab 1. Januar 2027 von 50.000 auf 25.000 Visa pro Jahr halbieren. Rund 30 Prozent der Visa gehen laut Zentralverband Deutsches Baugewerbe in die Bauwirtschaft. Eine breitere Einordnung findest Du in unserem Beitrag zum Fachkräftemangel und den betroffenen Branchen.

Wie schnell finden Zugewanderte Arbeit?

Der Einstieg in den Arbeitsmarkt hängt stark von der Herkunft ab. Nach fünf Jahren in Deutschland sind laut Destatis 89 Prozent der Männer und 73 Prozent der Frauen aus EU-Staaten erwerbstätig, bei Zugewanderten aus Afrika sind es 79 Prozent der Männer und 47 Prozent der Frauen. Die Lücke zwischen Männern und Frauen beträgt damit 16 Punkte bei EU-Herkunft und 32 Punkte bei afrikanischer Herkunft (eigene Rechnung). Nach 20 bis 25 Jahren gleichen sich die Quoten der Herkunftsgruppen deutlich an.

Welche Rechtsgrundlagen gelten für Beschäftigung aus dem Ausland?

Die Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen regelt vor allem die Beschäftigungsverordnung. Die Westbalkanregelung steht in § 26 Abs. 2 BeschV. Die Chancenkarte zur Arbeitsplatzsuche ist in § 20a des Aufenthaltsgesetzes geregelt. Welche Regel im Einzelfall greift, klären Ausländerbehörde und Bundesagentur für Arbeit – das ist keine Rechtsberatung.

Gut zu wissen

Die Zahlen beschreiben Anteile innerhalb eines Berufs, nicht die Gesamtzahl der Beschäftigten. Ein hoher Anteil sagt nichts über Qualifikation oder Aufenthaltsstatus der einzelnen Person aus.

Häufige Fragen

Was bedeutet Einwanderungsgeschichte?

Nach der Definition des Statistischen Bundesamts hat eine Person eine Einwanderungsgeschichte, wenn sie selbst nach 1950 eingewandert ist oder beide Elternteile eingewandert sind.

Wie hoch ist der Anteil insgesamt?

2025 haben 27 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland eine Einwanderungsgeschichte (Destatis, Stand: 28. September 2026).

In welchem Beruf ist der Anteil am höchsten?

Bei den Köchen mit 56 Prozent, knapp vor der Lebensmittelherstellung (55 %) und der Bodenverlegung (54 %).

Wo finde ich Betriebe aus diesen Branchen?

Im Verzeichnis von Wer macht Was unter Handwerk und Bau und Gastronomie und Hotellerie.

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Quellen (abgerufen am 29.09.2026): Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung Nr. N066 vom 28.09.2026; eigene Verzeichnis-Zählung; Wer macht Was: Westbalkanregelung Baugewerbe.