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Doppelte Staatsbürgerschaft Voraussetzungen: Ihr Ratgeber 2026

doppelte Staatsbürgerschaft Voraussetzungen – Eine Person hält zwei Reisepässe in den Händen, um die doppelten Staatsbürgerschaft Voraussetzungen in Deutschland zu symbolisieren.

Die doppelte Staatsbürgerschaft Voraussetzungen in Deutschland haben sich mit dem neuen Staatsangehörigkeitsgesetz, das am 12. August 2026 in Kraft tritt, grundlegend geändert. Deutsche Staatsbürger müssen ihre ursprüngliche Staatsangehörigkeit bei einer Einbürgerung nicht mehr ablegen, und auch Ausländer können künftig beide Pässe behalten. Dies markiert einen Paradigmenwechsel in der deutschen Einwanderungspolitik und erleichtert vielen Menschen den Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft, ohne ihre Bindung an das Herkunftsland aufgeben zu müssen.

Kurz zusammengefasst
Das neue Staatsangehörigkeitsgesetz ermöglicht die doppelte Staatsbürgerschaft in Deutschland ohne die Pflicht zur Aufgabe der bisherigen Nationalität. Die Einbürgerungsfrist verkürzt sich auf fünf Jahre (oder drei bei besonderen Leistungen), und Kinder ausländischer Eltern, die in Deutschland geboren werden, erhalten unter bestimmten Bedingungen automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, während sie die ihrer Eltern beibehalten.

Das Wichtigste im Überblick

  • Die doppelte Staatsbürgerschaft ist nun der Regelfall, eine Aufgabe der bisherigen Nationalität ist nicht mehr erforderlich.
  • Die erforderliche Aufenthaltsdauer für eine Einbürgerung verkürzt sich von acht auf fünf Jahre, bei besonderen Integrationsleistungen sogar auf drei Jahre.
  • In Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern erhalten unter bestimmten Voraussetzungen automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft und behalten die ihrer Eltern.
  • Gültige Sprachkenntnisse (mindestens B1-Niveau) und der Nachweis des eigenen Lebensunterhalts bleiben zentrale Anforderungen.
  • Antragsteller müssen sich zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland bekennen.

Was sind die allgemeinen Voraussetzungen für die doppelte Staatsbürgerschaft in Deutschland?

Für den Erwerb der deutschen Staatsbürgerschaft und somit auch der doppelten Staatsbürgerschaft müssen Antragsteller mehrere Kriterien erfüllen, die im Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) festgelegt sind. Seit der Gesetzesreform zum 12. August 2026 ist die Beibehaltung der ursprünglichen Staatsangehörigkeit grundsätzlich erlaubt. Zu den Kernanforderungen zählen eine rechtmäßige Aufenthaltsdauer, ausreichende Sprachkenntnisse, die Sicherung des Lebensunterhalts und ein Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung.

Die erforderliche Aufenthaltsdauer für eine Einbürgerung in Deutschland hat sich auf fünf Jahre verkürzt. Bei besonderen Integrationsleistungen, wie etwa sehr guten Sprachkenntnissen (C1-Niveau), ehrenamtlichem Engagement oder herausragenden beruflichen Leistungen, kann diese Frist sogar auf drei Jahre reduziert werden. Diese Regelung soll die Integration fördern und qualifizierten Fachkräften den Weg zur Staatsbürgerschaft erleichtern. Einbürgerungsbewerber müssen zudem nachweisen, dass sie ihren Lebensunterhalt und den ihrer unterhaltsberechtigten Familienangehörigen ohne Leistungen nach dem Zweiten oder Zwölften Buch Sozialgesetzbuch bestreiten können. Ausnahmen gibt es etwa für Personen, die unverschuldet arbeitslos wurden oder sich in Ausbildung befinden. Detaillierte Informationen zu den rechtlichen Grundlagen finden Sie auf der Webseite gesetze-im-internet.de.

Welche Personengruppen profitieren von der neuen Regelung?

Die Neuregelung zur doppelten Staatsbürgerschaft kommt verschiedenen Personengruppen zugute, die bisher oft vor der schwierigen Wahl standen, eine ihrer Staatsangehörigkeiten aufzugeben. Besonders profitieren:

  • In Deutschland geborene Kinder: Kinder ausländischer Eltern, die in Deutschland geboren werden, erhalten zukünftig automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft, wenn ein Elternteil seit mindestens fünf Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzt. Sie behalten die Staatsangehörigkeit ihrer Eltern, wodurch die doppelte Staatsbürgerschaft von Geburt an Realität wird.
  • Langjährig in Deutschland lebende Ausländer: Für Menschen, die seit vielen Jahren in Deutschland leben, arbeiten und Steuern zahlen, entfällt die Hürde, ihre ursprüngliche Identität aufzugeben. Dies betrifft insbesondere die große Gruppe der sogenannten Gastarbeiter und deren Nachkommen.
  • EU-Bürger und Schweizer: Für Bürger aus EU-Ländern und der Schweiz war die doppelte Staatsbürgerschaft bereits in vielen Fällen unproblematisch. Die neue Regelung vereinheitlicht und vereinfacht diese Praxis nun für alle Nationalitäten.
  • Personen mit besonderen Verdiensten: Die verkürzte Einbürgerungsfrist auf drei Jahre bei besonderen Integrationsleistungen ist ein Anreiz für hochqualifizierte Fachkräfte und engagierte Persönlichkeiten.

Diese Änderungen stärken die Bindung von Einwanderern an Deutschland und erkennen ihre Beiträge zur Gesellschaft an. Weitere Informationen zu internationalen Bestimmungen finden Sie in unserer Kategorie International.

Wie hoch sind die Kosten für die Beantragung einer doppelten Staatsbürgerschaft?

Die Kosten für die Beantragung der deutschen Staatsbürgerschaft sind bundesweit einheitlich geregelt und haben sich durch die Gesetzesreform nicht geändert. Für Erwachsene beträgt die Gebühr in der Regel 255 Euro pro Person. Für minderjährige Kinder, die zusammen mit ihren Eltern eingebürgert werden oder deren Eltern bereits Deutsche sind, fallen Gebühren von 51 Euro pro Kind an.

Zusätzlich zu diesen Grundgebühren können weitere Kosten entstehen, die von der individuellen Situation abhängen. Dazu gehören:

  • Sprachnachweise: Die Kosten für einen Sprachkurs und einen Sprachtest (z. B. Goethe-Zertifikat B1) können zwischen 150 und 250 Euro liegen.
  • Einbürgerungstest: Der sogenannte «Test Leben in Deutschland» kostet 25 Euro.
  • Beglaubigungen und Übersetzungen: Je nach Herkunftsland und benötigten Dokumenten können hier weitere Kosten von 50 bis 300 Euro anfallen.
  • Rechtsberatung: Falls rechtliche Unterstützung notwendig ist, können Anwaltskosten hinzukommen.

In bestimmten Härtefällen oder bei geringem Einkommen können Gebührenermäßigungen oder Ratenzahlungen beantragt werden. Es empfiehlt sich, die genauen Kosten vorab bei der zuständigen Einbürgerungsbehörde zu erfragen. Informationen zur Finanzierung finden Sie auch in unserem Artikel zum Vermögensaufbau erklärt.

Welche Dokumente sind für den Antrag erforderlich?

Für die Beantragung der doppelten Staatsbürgerschaft sind verschiedene Dokumente vorzulegen, die Ihre Identität, Ihren Aufenthalt und Ihre Integration belegen. Die genaue Liste kann je nach Einzelfall leicht variieren, umfasst aber typischerweise folgende Unterlagen:

Dokument Zweck
Gültiger Reisepass oder Ausweis Identitätsnachweis und Staatsangehörigkeit
Geburtsurkunde Nachweis der persönlichen Daten
Heiratsurkunde (falls zutreffend) Nachweis des Familienstands
Nachweis des rechtmäßigen Aufenthalts (z. B. Aufenthaltstitel) Beleg der Aufenthaltsdauer
Einkommensnachweise (Gehaltsabrechnungen, Arbeitsvertrag) Sicherung des Lebensunterhalts
Mietvertrag oder Eigentumsnachweis Nachweis des Wohnsitzes
Sprachzertifikat (mind. B1 GER) Nachweis ausreichender Deutschkenntnisse
Nachweis über bestandenen Einbürgerungstest Kenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung
Polizeiliches Führungszeugnis Nachweis der Straffreiheit

Alle nicht-deutschen Dokumente müssen in der Regel von einem vereidigten Übersetzer ins Deutsche übersetzt und beglaubigt werden. Es ist ratsam, frühzeitig alle benötigten Dokumente zusammenzustellen und sich bei der zuständigen Behörde über die genauen Anforderungen zu informieren. Weitere Informationen zu behördlichen Prozessen finden Sie in unserem Ratgeber zum Reisepass beantragen. Detaillierte Informationen und Antragsformulare erhalten Sie bei den zuständigen Behörden oder auf den Webseiten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

💡 Praxis-Tipp

Beginnen Sie frühzeitig mit der Sammlung aller notwendigen Dokumente und der Vorbereitung auf Sprach- und Einbürgerungstests. Eine frühzeitige Kontaktaufnahme mit Ihrer lokalen Einbürgerungsbehörde kann Missverständnisse vermeiden und den Prozess erheblich beschleunigen.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meine alte Staatsbürgerschaft behalten, wenn ich Deutscher werde?

Ja, seit dem 12. August 2026 ist es in Deutschland gesetzlich erlaubt, die bisherige Staatsangehörigkeit bei der Einbürgerung beizubehalten. Die doppelte Staatsbürgerschaft ist nun der Regelfall und erfordert keine besondere Genehmigung oder Ausnahmeregelung mehr.

Wie lange dauert der Prozess der doppelten Staatsbürgerschaft?

Die Bearbeitungszeiten können je nach Bundesland und Auslastung der Behörden variieren. In der Regel müssen Sie mit einer Dauer von 6 bis 18 Monaten rechnen, nachdem alle Unterlagen vollständig eingereicht wurden. Es ist ratsam, sich auf längere Wartezeiten einzustellen.

Gibt es Ausnahmen von den Voraussetzungen für die doppelte Staatsbürgerschaft?

Die neuen Regelungen sind bereits sehr flexibel. Es gibt jedoch weiterhin spezielle Ausnahmen, beispielsweise für Personen, die von Verfolgung betroffen sind oder für die die Aufgabe der alten Staatsbürgerschaft unzumutbar wäre (z. B. wenn das Herkunftsland die Entlassung nicht zulässt). Für diese Fälle gelten oft individuelle Prüfungen.

Was passiert, wenn mein Antrag auf doppelte Staatsbürgerschaft abgelehnt wird?

Wird Ihr Antrag auf doppelte Staatsbürgerschaft abgelehnt, erhalten Sie einen schriftlichen Bescheid mit Begründung. Gegen diesen Bescheid können Sie in der Regel innerhalb einer bestimmten Frist Widerspruch einlegen oder Klage vor dem Verwaltungsgericht erheben. Eine rechtliche Beratung kann in diesem Fall hilfreich sein.

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Fazit

Die Neuerungen im Staatsangehörigkeitsgesetz vom 12. August 2026 vereinfachen und modernisieren die Einbürgerung in Deutschland erheblich. Die Möglichkeit, die doppelte Staatsbürgerschaft zu besitzen, ohne die ursprüngliche aufgeben zu müssen, ist ein wichtiger Schritt zur Anerkennung der Realität einer globalisierten Gesellschaft. Die verkürzten Aufenthaltsfristen und die klaren Voraussetzungen bieten einen transparenten Weg zur deutschen Staatsbürgerschaft. Es ist jedoch essenziell, sich frühzeitig über alle Anforderungen zu informieren und die notwendigen Dokumente sorgfältig vorzubereiten, um einen reibungslosen Antragsprozess zu gewährleisten.