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TÜV Mängel: Die vier Klassen, Fristen und was sie kosten

Tüv Mängel

TÜV Mängel werden seit 2012 bundeseinheitlich in vier Klassen eingeteilt – geregelt in Anlage VIIIa der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Bei geringen Mängeln bekommen Sie die Plakette trotzdem. Bei erheblichen Mängeln nicht, und Sie müssen binnen eines Monats zur Nachprüfung. Gefährliche Mängel erlauben nur noch die Fahrt nach Hause oder in die Werkstatt. Wird Ihr Fahrzeug als verkehrsunsicher eingestuft, entfernt der Prüfer die alte Plakette und informiert die Zulassungsbehörde – dann dürfen Sie gar nicht mehr fahren. Welche Klasse gilt, hängt allein von der Schwere ab, nicht von der Prüforganisation.

Kurz zusammengefasst
TÜV Mängel der Klasse EM und VM kosten die Plakette und setzen eine Monatsfrist in Gang. Versäumen Sie die, ist die komplette Hauptuntersuchung fällig – nicht nur die günstigere Nachprüfung.

Das Wichtigste im Überblick

  • Vier Klassen: GM (gering), EM (erheblich), VM (gefährlich), VU (verkehrsunsicher). Dazu der „Hinweis», der kein Mangel ist.
  • Die Nachprüfungsfrist beträgt einen Monat und ist verbindlich – sie lässt sich nicht verlängern.
  • Fristversäumnis bedeutet: neue Hauptuntersuchung zum vollen Preis statt Nachprüfung.
  • Bei VU entfernt der Prüfer die Plakette und meldet das Fahrzeug der Zulassungsbehörde.
  • Die HU-Gebühr fällt unabhängig vom Ergebnis an – auch wenn Sie durchfallen.

Welche Mängelklassen gibt es bei der Hauptuntersuchung?

TÜV Mängel werden in vier Kategorien eingeteilt, abgestuft nach Gefährdung. Die Einstufung ist bundesweit einheitlich und für alle Prüforganisationen bindend.

Klasse Plakette Folge Beispiel
GM gering ja zeitnah beheben, keine Nachprüfung defektes Kennzeichenlicht
EM erheblich nein Nachprüfung binnen eines Monats zu wenig Reifenprofil, einseitige Bremswirkung
VM gefährlich nein nur Fahrt nach Hause oder zur Werkstatt gebrochene Feder, stark abgefahrene Reifen
VU verkehrsunsicher nein, alte wird entfernt keine Weiterfahrt, Meldung an die Behörde zerfressene Bremsleitungen, Rost am Fahrgestell

Ein „Hinweis» im Bericht ist kein Mangel, sondern ein Vermerk auf einen absehbaren Verschleiß. Akuten Handlungsbedarf gibt es dabei nicht – im Auge behalten sollten Sie ihn trotzdem, weil er bei der nächsten HU zum EM werden kann.

TÜV Mängel im Bericht – was passiert jetzt?

Entscheidend ist die Klasse, nicht die Anzahl. Bei GM nehmen Sie die Plakette mit und arbeiten die Liste ab; vieles davon schafft man ohne Werkstatt. Bei EM und VM gibt es keine Plakette, und die Monatsfrist läuft ab dem Untersuchungstag.

Wichtig: Alle im Bericht aufgeführten TÜV Mängel müssen behoben sein, bevor die Plakette zugeteilt wird – auch die geringen. Es reicht nicht, nur den erheblichen Mangel zu reparieren.

Bei VM wird der Halter im Untersuchungsbericht ausdrücklich auf den Gefährdungstatbestand hingewiesen. Sie dürfen dann noch nach Hause oder in die Werkstatt fahren, sonst nirgends. Bei VU ist auch das vorbei.

Wie lange haben Sie für die Nachprüfung?

Bei TÜV Mängeln der Klassen EM und VM haben Sie einen Monat ab der Hauptuntersuchung. Diese Frist ist verbindlich und kann nicht verlängert werden. Wer sie verstreichen lässt, braucht keine Nachprüfung mehr, sondern eine komplette neue Hauptuntersuchung – und die kostet ein Vielfaches.

Die Nachprüfung ist deutlich günstiger als die HU, weil nur die beanstandeten Punkte kontrolliert werden. Bringen Sie den Untersuchungsbericht mit; ohne ihn beginnt die Prüfung von vorn. Reparieren dürfen Sie in jeder Werkstatt, nicht nur in der, die geprüft hat.

💡 Praxis-Tipp

Lassen Sie sich vor dem HU-Termin eine Vorabkontrolle in der Werkstatt machen. Beleuchtung, Reifenprofil, Wischerblätter und Bremsflüssigkeit sind die Klassiker – vier Punkte, die den Unterschied zwischen Plakette und Nachprüfung ausmachen, und die niemand teuer reparieren muss.

Was kostet es, die HU zu überziehen?

Die Pflicht zur regelmäßigen Hauptuntersuchung ergibt sich aus § 29 StVZO. Wer den Termin überzieht, riskiert ein Verwarnungs- oder Bußgeld nach dem bundeseinheitlichen Tatbestandskatalog. Die Höhe steigt mit der Dauer: Bei mehr als zwei Monaten Verzug wird es kostenpflichtig, ab acht Monaten kommt zusätzlich ein Punkt im Fahreignungsregister des Kraftfahrt-Bundesamtes dazu.

Dazu kommt ein Detail, das viele überrascht: Wird die HU um mehr als zwei Monate überzogen, führt der Prüfer eine erweiterte Untersuchung durch – mit entsprechendem Aufschlag auf die Gebühr.

Welche Rolle spielen Mängel für den Versicherungsschutz?

Unbehobene TÜV Mängel wirken bis in die Schadenregulierung. Die Kfz-Haftpflicht zahlt gegenüber dem Unfallgegner zwar in jedem Fall – daran ändert eine abgelaufene HU nichts. Der Versicherer kann Sie danach allerdings in Regress nehmen, wenn Sie eine Obliegenheit verletzt haben; dieser Rückgriff ist der Höhe nach begrenzt.

Anders sieht es in der Kaskoversicherung aus. Führen Sie den Schaden grob fahrlässig herbei, darf der Versicherer die Leistung nach § 81 VVG entsprechend der Schwere des Verschuldens kürzen. Wer mit bekannten gefährlichen Mängeln an Bremse oder Lenkung weiterfährt und deshalb verunfallt, hat in dieser Diskussion eine schlechte Ausgangslage.

Häufig gestellte Fragen

Bekomme ich die Plakette bei geringen Mängeln?

Ja. Geringe Mängel beeinträchtigen die Verkehrssicherheit nicht oder nur unwesentlich, die Plakette wird erteilt. Beheben sollten Sie die Punkte trotzdem zeitnah – spätestens bis zur nächsten Hauptuntersuchung.

Was passiert, wenn ich die Monatsfrist verpasse?

Dann verfällt die Nachprüfung. Ihr Fahrzeug muss die komplette Hauptuntersuchung neu durchlaufen, mit der vollen Gebühr statt der günstigeren Nachprüfungsgebühr.

Darf ich mit gefährlichen Mängeln noch fahren?

Nur zur Beseitigung der Mängel, also nach Hause oder in die Werkstatt. Jede andere Fahrt ist untersagt. Bei der Einstufung „verkehrsunsicher» entfällt auch diese Möglichkeit.

Kann ich die Nachprüfung woanders machen?

Die Nachprüfung sollte bei derselben Prüforganisation erfolgen, die den Untersuchungsbericht ausgestellt hat. Die Reparatur selbst dürfen Sie in jeder Werkstatt Ihrer Wahl durchführen lassen.

Zahle ich die HU auch, wenn ich durchfalle?

Ja. Die Gebühr fällt für die Untersuchung an, nicht für das Ergebnis. Die Nachprüfung wird separat berechnet, ist aber deutlich günstiger.

Wie viele Punkte prüft der Sachverständige?

Der Prüfkatalog umfasst rund 150 Positionen – von Beleuchtung und Bremsanlage über Lenkung, Achsen und Reifen bis zu Karosserie, Abgaswerten und elektronischen Sicherheitssystemen.

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Fazit

Zwei Zahlen entscheiden: die Mängelklasse und der eine Monat. Bei GM nehmen Sie die Plakette mit, bei EM und VM läuft die Frist. Wer sie verstreichen lässt, zahlt statt der Nachprüfung die volle Hauptuntersuchung – und das für einen Termin, den er ohnehin gebraucht hätte. Die meisten TÜV Mängel, die Halter die Plakette kosten, sind Beleuchtung und Reifenprofil. Beides prüft man in zehn Minuten selbst, bevor man hinfährt.

Transparenz: Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung generiert und von Maik Möhring redaktionell geprüft und verantwortet. So entstehen unsere Inhalte.