Wirtschaft

Einzelhandelsumsatz September 2026: real 2,0 % weniger

Einzelhandelsumsatz September 2026: leere Einkaufsstraße mit Geschäften im Herbst

Der Einzelhandelsumsatz September 2026 ist real um 2,0 Prozent gegenüber August gefallen. Das meldet das Statistische Bundesamt (Destatis) am 2. November 2026. Zum Vorjahresmonat liegt das Minus bei 2,3 Prozent, nominal steht dagegen ein Plus von 1,2 Prozent. Diese Lücke zeigt: Kunden geben mehr Geld aus und bekommen trotzdem weniger Ware.

Das Wichtigste in Kürze
  • Real −2,0 % zum Vormonat und −2,3 % zum Vorjahresmonat (Destatis, 02.11.2026, vorläufig)
  • Nominal +1,2 % zum Vorjahr: Der Preiseffekt im Handel liegt rechnerisch bei rund 3,6 %
  • Non-Food real −2,8 %, Lebensmittel real −1,1 %, Online- und Versandhandel real +4,4 % (jeweils zum Vorjahr)
  • August wurde auf real +1,2 % zum Vormonat korrigiert (zuvor +1,3 %)
  • Seit September gilt eine neue Meldestichprobe, rückwirkend ab Januar 2026

Wie stark ist der Einzelhandelsumsatz September 2026 gesunken?

Real, also preisbereinigt, sank der Umsatz im deutschen Einzelhandel im September 2026 um 2,0 Prozent zum Vormonat, nominal um 1,5 Prozent. Die Werte sind kalender- und saisonbereinigt und vorläufig. Der August fiel mit real plus 1,2 Prozent etwas schwächer aus als zunächst gemeldet (plus 1,3 Prozent).

Segment Real zum Vormonat Real zum Vorjahr Nominal zum Vorjahr Preiseffekt (eigene Rechnung)
Einzelhandel gesamt −2,0 % −2,3 % +1,2 % ≈ +3,6 %
Lebensmittel −1,4 % −1,1 % −0,5 % ≈ +0,6 %
Non-Food −2,4 % −2,8 % +1,7 % ≈ +4,6 %
Online- und Versandhandel −2,2 % +4,4 % +5,7 % ≈ +1,2 %
Tankstellen (inkl. Shop) −3,4 % −9,3 % +16,2 % ≈ +28 %

Quelle: Destatis, Pressemitteilung Nr. 383 vom 02.11.2026. Die Spalte „Preiseffekt“ ist eine eigene Berechnung aus nominaler und realer Vorjahresveränderung (Stand: 03.11.2026), kein offizieller Destatis-Wert.

Was bedeutet der Preiseffekt für Kunden und Händler?

Der Preiseffekt ist der Teil des nominalen Wachstums, der nur aus höheren Preisen besteht. Teilt man das nominale Plus von 1,2 Prozent durch das reale Minus von 2,3 Prozent, ergeben sich rund 3,6 Prozent höhere Preise als im September 2025. Am stärksten fällt er bei Non-Food aus (rechnerisch 4,6 Prozent), bei Lebensmitteln mit rund 0,6 Prozent deutlich schwächer.

Das passt zum Umfeld. Die Inflationsrate lag im Oktober 2026 laut Destatis-Schnellschätzung bei 2,8 Prozent, Energie war 12,2 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Die Importpreise stiegen im September um 10,4 Prozent zum Vorjahr, so stark wie seit November 2022 nicht mehr.

Warum wächst der Online-Handel weiter?

Der Online- und Versandhandel ist das einzige größere Segment mit realem Plus: 4,4 Prozent zum Vorjahr, nominal 5,7 Prozent. Im Monatsvergleich fiel aber auch er um real 2,2 Prozent. Der Konsum gibt also insgesamt nach, der Onlinehandel gibt nur weniger nach. Wie Lebensmittelketten damit umgehen, zeigt auch die Übernahme von tegut: EDEKA tegut Übernahme: Kartellamt gibt 178 Märkte frei.

Gut zu wissen

Destatis hat mit dem Berichtsmonat September eine neue Stichprobe meldender Einzelhändler eingeführt und die Reihen seit Januar 2026 rückwirkend angepasst. Alle Werte zum Einzelhandelsumsatz September 2026 sind vorläufig und können im nächsten Monat noch korrigiert werden. Vergleiche mit älteren Pressemitteilungen sind deshalb nur eingeschränkt möglich.

Wie finde ich Händler in meiner Region?

Wer lokal einkauft, stützt den stationären Handel dort, wo er am meisten unter den Preisen leidet. Im Branchenverzeichnis findest du aktuell 11.282 Anbieter im Handel und Einzelhandel sowie 630 Supermärkte (Stand: 03.11.2026). Wer wissen will, wem große Ketten gehören, liest Wem gehört Lidl und Kaufland?. Auch die Tabaksteuererhöhung 2027 trifft den Handel.

Häufige Fragen

Wie hoch war der Einzelhandelsumsatz im September 2026?

Real lag er 2,0 Prozent unter dem August und 2,3 Prozent unter dem Vorjahresmonat. Nominal waren es minus 1,5 Prozent zum Vormonat und plus 1,2 Prozent zum Vorjahr (Destatis, 02.11.2026).

Was bedeutet real und nominal beim Einzelhandelsumsatz?

Nominal ist der Umsatz in Euro zu aktuellen Preisen. Real ist er um Preisänderungen bereinigt und zeigt, wie viel Ware tatsächlich verkauft wurde.

Welche Segmente haben im September 2026 am stärksten verloren?

Tankstellen mit real 9,3 Prozent weniger zum Vorjahr, danach Non-Food mit 2,8 Prozent. Lebensmittel lagen real 1,1 Prozent im Minus.

Sind die Zahlen endgültig?

Nein. Destatis nennt die Werte vorläufig und aktualisiert sie monatlich, auch wegen der neuen Stichprobe seit September 2026.

Wo finde ich die Originaldaten?

In der Pressemitteilung Nr. 383 von Destatis und in der Tabelle 45212 in GENESIS-Online.

Du führst einen Betrieb? Trag ihn kostenlos ein.

Kunden suchen nach Anbietern in ihrer Nähe. Mit einem Eintrag bei Wer macht Was bist du dabei.

Firma kostenlos eintragen →

Quellen