Wirtschaft

Wem gehört Coop? Eigentümer, Struktur und Zahlen 2026

Wem gehört Coop – Filiale der Coop-Gruppe mit Informationen zu Eigentümerstruktur, Genossenschaft und Kennzahlen 2026

Wem gehört Coop? Der zweitgrößte Schweizer Detailhändler gehört keiner Familie, keinem Fonds und keinem Staat, sondern seinen Kundinnen und Kunden: 2,67 Millionen Genossenschaftsmitglieder bilden die Coop-Gruppe Genossenschaft mit Sitz in Basel. Aktien gibt es keine, Dividenden auch nicht. Die Mitglieder wählen alle vier Jahre Regionalräte, die über die Delegiertenversammlung den Verwaltungsrat bestimmen. Gewinne bleiben im Unternehmen.

Kurz zusammengefasst
Wem gehört Coop? Den über 2,67 Millionen Mitgliedern (Stand: Ende 2025). Sie beteiligen sich laut Statuten nicht am Eigenkapital und haben bei einem Austritt keinen Anspruch auf das Vermögen. Geführt wird die Gruppe von einem zehnköpfigen Verwaltungsrat unter Joos Sutter und einer siebenköpfigen Geschäftsleitung unter Philipp Wyss.

Das Wichtigste im Überblick

  • Eigentümerin ist die Coop-Gruppe Genossenschaft mit Sitz in Basel – über 2,67 Millionen Mitglieder per Ende 2025.
  • Mitglied werden kann jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz oder in Liechtenstein, eine Kapitaleinlage ist nicht nötig.
  • 2025 erwirtschaftete die Gruppe 35,5 Milliarden Franken Gesamtumsatz mit 97.275 Mitarbeitenden.
  • Organe sind Regionalräte, Delegiertenversammlung, Verwaltungsrat (10 Personen), Geschäftsleitung (7 Personen) und Revisionsstelle.
  • Zur Gruppe gehören unter anderem die Coop Pronto AG (100 Prozent), Transgourmet und die Mehrheit an der Bell Food Group.

Wem gehört Coop – Genossenschaft statt Aktionären?

Wem gehört Coop? Eigentümerin ist die Coop-Gruppe Genossenschaft mit Sitz in Basel, getragen von über 2,67 Millionen Genossenschaftsmitgliedern per Ende 2025. Anteilsscheine, Aktien oder Ausschüttungen gibt es nicht: Laut Statuten der Coop-Gruppe Genossenschaft beteiligen sich die Mitglieder nicht am Eigenkapital, und wer austritt, hat keinen Anspruch auf das Genossenschaftsvermögen.

Das Eigenkapital besteht damit ausschließlich aus selbst erarbeiteten Mitteln. Praktisch bedeutet das: Es existiert kein Eigentümer, der seine Anteile verkaufen könnte, und keine Aktionärsgruppe, die eine Rendite einfordert. Coop selbst begründet damit den Verzicht auf Gewinnmaximierung – erwirtschaftete Mittel fließen nach Unternehmensangaben zurück ins Geschäft und in die Preise. Genossenschaftlich organisiert ist der Detailhändler seit über 160 Jahren.

Wer entscheidet in der Coop-Gruppe?

In der Coop-Gruppe entscheiden fünf Organe: Regionalräte, Delegiertenversammlung, Verwaltungsrat, Geschäftsleitung und Revisionsstelle. Die Mitglieder wählen in sechs Regionen die Regionalräte für jeweils vier Jahre, deren Ausschüsse stellen die Delegierten. Der Verwaltungsrat mit zehn Mitgliedern verantwortet die Oberleitung, die siebenköpfige Geschäftsleitung das operative Geschäft. Die laufende Amtsperiode dauert von 2025 bis 2029.

An der Spitze des Verwaltungsrats steht Joos Sutter, Vizepräsidentin ist die frühere Bundesrätin Doris Leuthard. Vorsitzender der Geschäftsleitung ist seit Mai 2021 Philipp Wyss, sein Stellvertreter Daniel Hintermann. Die Statuten schreiben eine strikte Gewaltentrennung vor: Wer im Verwaltungsrat sitzt, darf nicht gleichzeitig bei Coop angestellt sein. Dazu kommen eine Amtszeitbeschränkung von 20 Jahren und eine Altersgrenze beim 70. Altersjahr. Details zu den aktuellen Gremien veröffentlicht Coop laufend.

Welche Unternehmen gehören zur Coop-Gruppe?

Zur Coop-Gruppe gehören neben den Supermärkten mehrere eigenständige Gesellschaften. Die größten sind die Coop Pronto AG mit dem Tankstellennetz, die international tätige Transgourmet-Gruppe im Großhandel und die börsenkotierte Bell Food Group in der Fleisch- und Convenience-Produktion. Kreuzbeteiligungen innerhalb der Gruppe bestehen laut Corporate-Governance-Bericht 2025 keine.

Gesellschaft Bereich Verhältnis zu Coop
Coop Pronto AG Tankstellen, Convenience, Heizöl 100 Prozent (seit 2024)
Transgourmet-Gruppe Großhandel und Belieferung in Europa vollständig übernommen 2011
Bell Food Group Fleisch- und Convenience-Produktion Mehrheitsbeteiligung, börsenkotiert
Interdiscount / microspot.ch Elektronikhandel stationär und online Teil der Coop-Gruppe
Coop Vitality Apotheken Joint Venture mit Galenica

Dazu kommen Formate wie Import Parfumerie, Christ Uhren und Schmuck sowie die Warenhäuser von Coop City. Die Produktionsbetriebe außerhalb der Bell Food Group werden als Divisionen des Detailhandels geführt.

Was hat die Eigentümerstruktur mit dem Benzin-Preiskampf zu tun?

Die Tankstellen, die derzeit für Schlagzeilen sorgen, gehören der Genossenschaft vollständig. Betreiberin ist die Coop Pronto AG, die bis August 2024 Coop Mineraloel AG hieß und rund 323 Coop-Pronto-Standorte umfasst, davon etwa 255 mit Tankstelle. 2024 kaufte Coop dem US-Konzern Phillips 66 die restlichen 49 Prozent für 1,06 Milliarden Franken ab.

Seither liegt das Netz zu 100 Prozent bei Coop – nachzulesen in der Medienmitteilung zur Übernahme. Wer also wissen will, wer über die Preise an der Zapfsäule entscheidet, landet nicht bei Investoren, sondern bei einer Genossenschaft ohne Aktionäre. Wie hart dieser Wettbewerb ausgetragen wird, zeigt der Preiskampf zwischen Coop und dem Billiganbieter Etzelpark.

Wie wird man Coop-Mitglied – und was bringt das?

Mitglied der Coop-Gruppe Genossenschaft kann jede Person mit Wohnsitz in der Schweiz oder im Fürstentum Liechtenstein werden, eine Kapitaleinlage ist dafür nicht nötig. Eine Rendite bringt die Mitgliedschaft nicht: Es gibt weder Dividende noch Anteil am Eigenkapital. Der konkrete Gegenwert ist das Stimmrecht bei den Regionalratswahlen alle vier Jahre.

Wer selbst in einen Regionalrat gewählt werden will, muss laut Statuten im entsprechenden Wahlkreis wohnen, seit mindestens drei Jahren Mitglied sein, in einem Haushalt leben, der regelmäßig bei Coop einkauft, und eine Supercard besitzen. Der Unterschied zur Aktiengesellschaft ist damit größer, als er im Laden wirkt: Bei Coop entscheidet nicht Kapital, sondern Kopfzahl.

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Häufig gestellte Fragen

Wem gehört Coop wirklich?

Wem gehört Coop? Der Detailhändler gehört den über 2,67 Millionen Mitgliedern der Coop-Gruppe Genossenschaft mit Sitz in Basel. Einen Mehrheitseigentümer, Investoren oder eine Staatsbeteiligung gibt es nicht. Die Mitglieder halten allerdings keine Kapitalanteile, sondern ausschließlich Mitwirkungsrechte.

Ist Coop an der Börse kotiert?

Nein. Die Coop-Gruppe Genossenschaft hat keine Aktien und ist nicht börsenkotiert. Börsenkotiert ist dagegen die Bell Food Group, an der Coop die Mehrheit hält. Wer in Coop investieren möchte, kann das über die Genossenschaft selbst also nicht tun.

Wer führt Coop aktuell?

Vorsitzender der Geschäftsleitung ist seit Mai 2021 Philipp Wyss. Präsident des zehnköpfigen Verwaltungsrats ist Joos Sutter, Vizepräsidentin die frühere Bundesrätin Doris Leuthard. Die Geschäftsleitung umfasst sieben Mitglieder, Stellvertreter von Wyss ist Daniel Hintermann.

Gehört Coop Pronto zu Coop?

Ja, vollständig. Die Coop Pronto AG, bis August 2024 Coop Mineraloel AG, gehört seit 2024 zu 100 Prozent zur Coop-Gruppe. Zuvor hielt der US-Konzern Phillips 66 einen Anteil von 49 Prozent, den Coop für 1,06 Milliarden Franken übernahm.

Wie viele Mitglieder hat Coop?

Per Ende 2025 zählte die Coop-Gruppe Genossenschaft über 2,67 Millionen Genossenschaftsmitglieder. Zum Vergleich: 2023 waren es rund 2,55 Millionen, Ende 2024 rund 2,59 Millionen. Die Mitgliedschaft ist kostenlos und an einen Wohnsitz in der Schweiz oder in Liechtenstein gebunden.

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Fazit

Die Eigentümerfrage ist bei Coop schneller beantwortet als bei den meisten Konzernen dieser Größe: keine Aktionäre, keine Holding im Ausland, keine Familienstiftung. Wer Mitglied ist, besitzt kein Kapital, sondern eine Stimme – und das bei einem Unternehmen mit 35,5 Milliarden Franken Umsatz. Genau diese Struktur macht Coop schwer angreifbar: Übernehmen lässt sich eine Genossenschaft nicht.

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