Wem gehört Innogy? Die Antwort ist seit Mitte 2020 eindeutig: Die Innogy SE gehört vollständig zur E.ON SE mit Sitz in Essen. Im Squeeze-out erhielten die letzten Aktionäre 42,82 Euro je Aktie, im Juni 2020 endete die Börsennotierung. Nur ein Bereich nahm einen anderen Weg: Das Erneuerbaren-Geschäft ging an RWE. Die Marke selbst ist in Deutschland inzwischen verschwunden.
Wem gehört Innogy? So lief die Übernahme durch E.ON

- Die Innogy SE startete 2016 als Börsen-Abspaltung von RWE mit Sitz in Essen.
- Seit September 2019 ist E.ON Eigentümer, im Juni 2020 folgte der Squeeze-out (42,82 Euro je Aktie).
- Im Juli 2020 war das Tauschgeschäft zwischen E.ON und RWE final vollzogen.
- Die Erneuerbaren Energien von Innogy gehören heute zu RWE, rund 2.700 Mitarbeiter wechselten.
- Das deutsche Netzgeschäft firmiert seit Oktober 2020 als Westenergie AG im E.ON-Konzern.
Was war die Innogy SE überhaupt?
Die Innogy SE war ein börsennotierter Energiekonzern aus Essen, den RWE im Jahr 2016 als eigenständige Tochter für Netze, Vertrieb und Erneuerbare Energien gründete. Im Oktober 2016 folgte der Börsengang – einer der größten in Deutschland seit der Jahrtausendwende. Innogy betrieb Verteilnetze, verkaufte Strom und Gas an Millionen Haushalte und baute Wind-, Wasser- und Solaranlagen.
Lange währte die Eigenständigkeit nicht. Bereits im März 2018 kündigten RWE und E.ON einen weitreichenden Tausch von Geschäftsbereichen an – und Innogy stand im Zentrum dieses Deals.
Wem gehört Innogy heute?
Innogy gehört heute zu 100 Prozent der E.ON SE. Der Essener Konzern schloss den verschmelzungsrechtlichen Squeeze-out im Juni 2020 ab und zahlte den verbliebenen Aktionären eine Barabfindung von 42,82 Euro je Aktie. Kurz darauf endete die Börsennotierung der Innogy-Aktie. Das ging schnell.
Auch rechtlich ist der Fall geklärt. Mehrere unabhängige Energieversorger, darunter die Naturstrom AG, hatten gegen die EU-Freigabe geklagt. Das Europäische Gericht wies die Klagen am 20. Dezember 2023 ab und bestätigte die Rechtmäßigkeit der Übernahme, wie das Fachmedium Energie & Management berichtet. E.ON ist und bleibt damit der Eigentümer.
Wie kam es zur Übernahme durch E.ON?
Die Übernahme von Innogy war Teil eines Tauschgeschäfts zwischen E.ON und RWE aus dem März 2018: E.ON erhielt das Netz-, Vertriebs- und Kundenlösungsgeschäft von Innogy, RWE bekam im Gegenzug die Erneuerbaren Energien beider Konzerne sowie eine Beteiligung von rund 16,7 Prozent an E.ON.
Die Europäische Kommission gab den Deal am 17. September 2019 unter Auflagen frei. EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager begründete die Genehmigung laut EU-Kommission damit, dass die Verpflichtungszusagen von E.ON eine geringere Auswahl und höhere Preise für Kunden verhindern. Noch im selben Monat übertrug RWE seine Innogy-Anteile vollständig an E.ON.
Im Juli 2020 setzten beide Konzerne den Schlusspunkt: RWE meldete den finalen Vollzug einer der größten Transaktionen der deutschen Industriegeschichte – rund 2.700 Innogy-Mitarbeiter aus dem Erneuerbaren-Geschäft wechselten dabei zu RWE.
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| Oktober 2016 | Börsengang der Innogy SE (Abspaltung von RWE) |
| März 2018 | E.ON und RWE kündigen Tauschgeschäft an |
| 17. September 2019 | EU-Freigabe unter Auflagen, RWE überträgt Anteile an E.ON |
| Juni 2020 | Squeeze-out (42,82 Euro je Aktie), Ende der Börsennotierung |
| Juli 2020 | Finaler Vollzug des E.ON/RWE-Deals |
| Oktober 2020 | Deutsches Netzgeschäft firmiert als Westenergie AG |
| 20. Dezember 2023 | Europäisches Gericht bestätigt Rechtmäßigkeit der Übernahme |
Was wurde aus den Geschäftsbereichen von Innogy?
Die Geschäftsbereiche von Innogy wurden nach der Übernahme aufgeteilt: Vertrieb und Netze gingen in den E.ON-Konzern über, die Erneuerbaren Energien komplett an RWE. Ein einheitliches Nachfolge-Unternehmen gibt es nicht – dafür mehrere neue Namen.
| Innogy-Bereich | Gehört heute zu |
|---|---|
| Strom- und Gasvertrieb | E.ON (u.a. E.ON Energie Deutschland) |
| Verteilnetze Deutschland | Westenergie AG (E.ON-Konzern) |
| Erneuerbare Energien | RWE |
| Großbritannien (npower) | E.ON |
Warum verschwand die Marke Innogy?
Die Marke Innogy verschwand, weil E.ON nach der Übernahme keine zwei Endkundenmarken parallel führen wollte. Die Vertriebsgesellschaften wurden schrittweise auf E.ON umgeflaggt, die Innogy SE selbst mit dem E.ON-Konzern verschmolzen. Das deutsche Netz- und Infrastrukturgeschäft erhielt im Oktober 2020 einen eigenen neuen Namen: Westenergie AG. Ein Konzern, viele neue Schilder – die grüne Innogy-Wortmarke gehört seither der Vergangenheit an.
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Häufig gestellte Fragen
Ist die Innogy SE noch an der Börse?
Nein. Nach dem Squeeze-out durch E.ON wurde die Börsennotierung der Innogy-Aktie im Juni 2020 eingestellt. Die Gesellschaft wurde anschließend vollständig in den E.ON-Konzern integriert.
Wie viel erhielten Innogy-Aktionäre beim Squeeze-out?
Die im Squeeze-out festgesetzte Barabfindung lag bei 42,82 Euro je Aktie. Sie wurde im Juni 2020 an die verbliebenen Minderheitsaktionäre ausgezahlt.
Gehört Innogy zu RWE oder zu E.ON?
Historisch war Innogy eine RWE-Tochter. Seit September 2019 gehört das Unternehmen jedoch zu E.ON. Nur die Erneuerbaren Energien von Innogy wanderten im Rahmen des Tauschgeschäfts zurück zu RWE.
Gibt es die Marke Innogy in Deutschland noch?
Nein, die Marke wurde nach der Übernahme schrittweise eingestellt. Kunden wurden auf E.ON-Marken umgestellt, das Netzgeschäft firmiert seit Oktober 2020 als Westenergie AG.
Was ist die Westenergie AG?
Die Westenergie AG mit Sitz in Essen ist die frühere Netz- und Infrastruktursparte von Innogy. Sie gehört zum E.ON-Konzern und ist eines der größten regionalen Energie-Infrastrukturunternehmen Deutschlands.
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Fazit
Wem gehört Innogy? E.ON – vollständig, seit 2020, gerichtlich bestätigt. Was 2016 als größter deutscher Energie-Börsengang seit Jahren begann, endete nach nur vier Jahren als Kapitel der Konzerngeschichte: Vertrieb und Netze bei E.ON, Erneuerbare bei RWE, die Marke selbst verschwunden. Wer heute nach Innogy sucht, landet bei E.ON oder Westenergie.