DHL Paketzentrum Leizen: Kein Quecksilber, sondern Galinstan

Die wichtigsten Fakten
- Eine 50-jährige Paketzustellerin meldete am 22. September 2026 Vergiftungserscheinungen nach Kontakt mit einer unbekannten Flüssigkeit.
- Die Polizei sperrte daraufhin das DHL-Paketzustellzentrum in Leizen bei Röbel an der Müritz.
- Eine Laboranalyse in Hamburg ergab am 23. September: Es handelte sich nicht um Quecksilber, sondern um das ungefährliche Galinstan.
- Ursache war laut Polizei eine beschädigte Galinstan-Sendung, die weitere Pakete verunreinigt hatte.
- Das Zentrum arbeitet inzwischen wieder normal, weitere strafrechtliche Ermittlungen sind derzeit nicht bekannt.
Das DHL Paketzentrum Leizen bei Röbel an der Müritz war rund einen Tag lang gesperrt: Eine 50 Jahre alte Mitarbeiterin hatte der Polizei gemeldet, nach Kontakt mit einer unbekannten Flüssigkeit Beschwerden zu spüren, die einer Vergiftung ähnelten. Das Polizeipräsidium Rostock ließ das Gebäude am 22. September räumen und Proben ins Labor nach Hamburg bringen. Am 23. September lag das Ergebnis vor: kein Quecksilber, sondern das ungefährliche Galinstan. Das Paketzentrum ist seither wieder freigegeben.
Was ist im DHL Paketzentrum Leizen passiert?
Die Mitarbeiterin berichtete der Polizei, am 18. September bei der Arbeit Kontakt zu einer gefährlichen Flüssigkeit gehabt zu haben. Vier Tage später meldete sie sich mit Beschwerden, die einer Vergiftungserscheinung ähnelten. Das Polizeipräsidium Rostock (POL-HRO) bestätigte den Einsatz: Das Gebäude in Leizen wurde gesperrt, zusätzlich sicherten Polizei und Feuerwehr auch die privaten Räumlichkeiten der Frau in Röbel. Spezialkräfte der Feuerwehr nahmen Proben und schickten sie zur Analyse nach Hamburg – mit einer angekündigten Bearbeitungszeit von bis zu zwei Tagen. Die betroffene Frau wurde vorsorglich in einem Krankenhaus untersucht und konnte es anschließend wieder verlassen.
Warum wurde Quecksilber vermutet – und was ist Galinstan?
Galinstan ist eine bei Raumtemperatur flüssige Metalllegierung aus Gallium, Indium und Zinn. Die Polizei beschreibt sie in ihrer Mitteilung vom 23. September als „quecksilberfreie Metalllegierung, die unter anderem als Ersatzstoff für Quecksilber verwendet wird“. Genau diese Ähnlichkeit zu Quecksilber – silbrig glänzend und flüssig – hatte den ersten Verdacht ausgelöst. Ursache des Vorfalls war laut Polizei eine beschädigte Galinstan-Bestellung: Aus einem undichten Paket war die Legierung ausgetreten und hatte weitere Sendungen im selben Zustellbereich verunreinigt.
Wie groß ist das Risiko bei Gefahrstoffen im Paketversand generell?
Einzelfälle wie in Leizen bleiben angesichts der Sendungsmengen selten. Nach der KEP-Studie 2026 des Branchenverbands BPEX wurden 2026 in Deutschland rund 4,37 Milliarden Pakete verschickt – ein Plus von 1,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem Branchenumsatz von 28,4 Milliarden Euro und rund 270.000 Beschäftigten (BPEX, Stand: 23. Juni 2026). Parallel dazu baut DHL sein Packstationen-Netz aus: Nach Unternehmensangaben stehen bereits rund 18.000 Packstationen bereit, bis 2030 sollen es 30.000 werden (Stand: 23. Juni 2026). Je mehr Sendungen und Abgabepunkte, desto wichtiger werden klare Regeln für den Versand von Gefahrgut wie Batterien, Chemikalien oder eben Metalllegierungen – Versender sind verpflichtet, solche Inhalte korrekt zu deklarieren.
Wie geht es für den Paketbetrieb in Leizen weiter?
Die Kriminalpolizeiinspektion Schwerin gab das Zustellzentrum unmittelbar nach Vorliegen des Laborergebnisses wieder frei. Nach aktuellem Stand der Polizei ergeben sich aus dem Vorfall keine weiteren strafrechtlichen Ermittlungen. DHL betonte laut zdfheute.de (dpa/AFP), dass die Sicherheit der Mitarbeitenden oberste Priorität habe und alle Beschäftigten wohlauf seien.
📌 Gut zu wissen
Wer ein beschädigtes oder auslaufendes Paket erhält, sollte es nicht selbst öffnen oder die ausgetretene Substanz berühren. Zusteller und Empfänger können solche Fälle direkt beim jeweiligen Paketdienst und bei Bedarf über die Polizei melden.
Der Vorfall in Zahlen
| Kennzahl | Angabe |
|---|---|
| Meldung bei der Polizei | 22. September 2026 |
| Ort | DHL-Paketzustellzentrum Leizen bei Röbel/Müritz |
| Vermutete Substanz | Quecksilber |
| Tatsächliche Substanz | Galinstan (ungefährlich) |
| Entwarnung | 23. September 2026 |
| Sendungsvolumen Deutschland 2026 | rund 4,37 Mrd. Pakete (BPEX) |
Häufig gestellte Fragen
Was ist Galinstan?
Galinstan ist eine bei Raumtemperatur flüssige, ungiftige Metalllegierung aus Gallium, Indium und Zinn. Sie wird unter anderem als Ersatzstoff für Quecksilber in Thermometern verwendet, weil sie ähnlich silbrig glänzt, aber ungefährlich ist.
War die Paketzustellerin in Gefahr?
Sie wurde vorsorglich im Krankenhaus untersucht und konnte es wieder verlassen. Nach der Laboranalyse bestand keine Gefahr durch Quecksilber, da es sich um Galinstan handelte.
Mussten Kundinnen und Kunden mit Verzögerungen rechnen?
Ja, während der rund eintägigen Sperrung des DHL-Zentrums in Leizen konnten Sendungen aus diesem Bereich nicht wie gewohnt bearbeitet werden. Nach der Freigabe lief der Betrieb wieder normal.
Wie viele Pakete werden in Deutschland pro Jahr verschickt?
Laut KEP-Studie 2026 des Verbands BPEX waren es 2026 rund 4,37 Milliarden Sendungen, bis 2030 werden bis zu 5,08 Milliarden erwartet (Stand: 23. Juni 2026).
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Quellen: Polizeipräsidium Rostock (POL-HRO), Pressemitteilungen vom 22. und 23. September 2026 via presseportal.de, abgerufen am 24. September 2026; BPEX, KEP-Studie 2026, abgerufen am 24. September 2026; zdfheute.de (dpa/AFP), abgerufen am 24. September 2026.