Das Politbarometer ist Deutschlands bekannteste politische Umfrage: Seit 1977 misst die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF regelmäßig, wie die Wahlberechtigten zu Parteien, Politikern und aktuellen Themen stehen. Diese Seite erklärt dir, wie das Politbarometer funktioniert, was der Unterschied zwischen politischer Stimmung und Projektion ist, wie zuverlässig die Zahlen sind – und wo die Parteien aktuell stehen (Stand: 4. August 2026, laufend aktualisiert).
Politbarometer: Aktuelle Zahlen, Methodik und Termine 2026

- Träger: ZDF als Auftraggeber, durchgeführt von der Forschungsgruppe Wahlen (Mannheim) – seit 1977 und damit eine der längsten Umfragereihen Deutschlands.
- Methode: rund 1.400 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte je Ausgabe, befragt per Festnetz, Mobilfunk und online; repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung.
- Zwei Zahlenwelten: Die «politische Stimmung» ist die rohe Momentaufnahme, die «Projektion» rechnet längerfristige Überzeugungen und Parteibindungen ein – vergleichbar mit Wahlergebnissen ist nur die Projektion.
- Genauigkeit: Der Fehlerbereich liegt bei rund ±3 Prozentpunkten (bei einem Anteilswert von 40 Prozent) bzw. ±2 Punkten (bei 10 Prozent) – Abstände von ein, zwei Punkten sind damit statistisch nicht belastbar.
- Rhythmus: in der Regel alle zwei Wochen freitags im ZDF; die nächste Ausgabe folgt am 20. August 2026.
Was ist das Politbarometer?
Das Politbarometer ist eine regelmäßige Wahl- und Stimmungsumfrage, die die Forschungsgruppe Wahlen seit 1977 für das ZDF erhebt – damit gehört sie zu den ältesten kontinuierlichen Umfragereihen der Bundesrepublik. Abgefragt werden die Sonntagsfrage («Wen würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?»), die Zufriedenheit mit Bundesregierung und Spitzenpolitikern (Top Ten) sowie wechselnde Fragen zu aktuellen politischen Themen. Veröffentlicht werden die Ergebnisse in den ZDF-Nachrichtensendungen und auf der Politbarometer-Seite der Forschungsgruppe Wahlen, wo auch Langzeitreihen als Grafiken und Tabellen bereitstehen. Für die Einordnung wichtig: Das Politbarometer ist ein Stimmungsmesser, kein Prognoseinstrument – es beschreibt die Gegenwart, nicht das nächste Wahlergebnis.
Wie liegen die Parteien aktuell?
In der jüngsten Ausgabe vom 31. Juli 2026 bleibt die AfD in der Projektion stärkste Partei und baut ihren Vorsprung aus; Union und SPD kommen weiterhin nur auf schwache Werte, wie das ZDF zur aktuellen Ausgabe berichtet. Die letzte vollständig veröffentlichte Projektion (Anfang Juni 2026) im Detail:
| Partei | Projektion (Juni 2026) | Veränderung |
|---|---|---|
| AfD | 26 % | −1 |
| CDU/CSU | 24 % | −1 (schlechtester Wert seit vier Jahren) |
| Grüne | 15 % | +2 |
| SPD | 12 % | ±0 (Rekordtief) |
| Linke | 12 % | +1 |
| FDP | 3 % | ±0 |
Quelle: Forschungsgruppe Wahlen, Projektion vom 5. Juni 2026; Juli-Ausgabe bestätigt die AfD als stärkste Kraft. Stand: 4. August 2026 – Zwischenstände ändern sich mit jeder Ausgabe.
Zur historischen Einordnung, nüchtern und ohne Wertung: Im April 2026 lag die AfD in der Politbarometer-Projektion erstmals vor der CDU/CSU (26 zu 25 Prozent). Angesichts des Fehlerbereichs von bis zu drei Prozentpunkten gilt dabei: Ein Abstand von ein oder zwei Punkten ist ein Hinweis auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen – nicht mehr und nicht weniger. Ebenfalls Teil des Bildes: Die Zufriedenheit mit der Bundesregierung aus Union und SPD ist seit dem Frühjahr deutlich gesunken.
Wie funktioniert die Methodik?
Für jede Ausgabe befragt die Forschungsgruppe Wahlen rund 1.400 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte – zuletzt etwa 1.405 Personen zwischen dem 28. und 30. Juli 2026 –, und zwar kombiniert telefonisch (Festnetz und Mobilfunk) und online. Die Stichprobe wird so gezogen und gewichtet, dass sie die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland repräsentativ abbildet. Wie bei jeder Stichprobenumfrage gibt es einen statistischen Fehlerbereich: rund ±3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 40 Prozent und rund ±2 Punkte bei 10 Prozent. Praktisch heißt das: Ob eine Partei bei 25 oder 27 Prozent steht, kann die Umfrage nicht trennscharf sagen – belastbar sind Trends über mehrere Ausgaben, nicht einzelne Punktabstände.
Was unterscheidet Stimmung und Projektion?
Das Politbarometer veröffentlicht zwei Zahlenreihen, die oft verwechselt werden. Die «politische Stimmung» ist das ungefilterte Ergebnis der Sonntagsfrage – eine Momentaufnahme, die stark auf tagesaktuelle Ereignisse reagiert. Die «Projektion» rechnet zusätzlich längerfristige Überzeugungen, Parteibindungen und das Erinnerungsvermögen an früheres Wahlverhalten ein und glättet damit kurzfristige Ausschläge – sie ist die Zahl, die mit Wahlergebnissen verglichen werden kann und die in Schlagzeilen als «Sonntagsfrage» zitiert wird. Deshalb können Stimmung und Projektion in derselben Ausgabe spürbar auseinanderliegen. Wer Umfragen verschiedener Institute vergleicht, sollte zudem wissen: Jedes Haus (Forschungsgruppe Wahlen, Infratest dimap, Forsa, YouGov und andere) nutzt eigene Methoden und Gewichtungen – Abweichungen von wenigen Punkten zwischen Instituten sind normal und kein Fehler.
Wann erscheint das nächste Politbarometer?
Das Politbarometer erscheint in der Regel alle zwei Wochen und wird freitags in den ZDF-Nachrichten vorgestellt; in Wahlkampfphasen verdichtet sich der Rhythmus, in Ferienzeiten kann er sich strecken. Die nächste Ausgabe sendet das ZDF am Donnerstag, 20. August 2026. Wer tiefer einsteigen will, findet bei der Forschungsgruppe Wahlen neben den aktuellen Ergebnissen auch die Langzeitentwicklung seit 1977 sowie Details zu Frageformulierungen und Methodik.
Lies Umfragen wie einen Wetterbericht, nicht wie ein Endergebnis: Entscheidend ist der Trend über mehrere Ausgaben und Institute hinweg – nicht der einzelne Punktabstand einer Woche. Und prüfe bei zitierten «Umfrage-Sensationen» immer das Erhebungsdatum: Gerade in sozialen Netzwerken kursieren regelmäßig veraltete Zahlen als vermeintlich aktuelle Meldung.
Häufig gestellte Fragen
Wer führt das Politbarometer durch?
Die Forschungsgruppe Wahlen, ein Mannheimer Umfrageinstitut, im Auftrag des ZDF – und das ununterbrochen seit 1977. Die Ergebnisse werden im ZDF sowie auf der Website des Instituts veröffentlicht, inklusive Langzeitreihen.
Was ist die Sonntagsfrage?
Die Standardfrage aller Wahlumfragen: «Welche Partei würden Sie wählen, wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre?» Aus den Antworten entsteht zunächst die politische Stimmung; daraus errechnet die Forschungsgruppe Wahlen die Projektion, die als eigentliche Sonntagsfrage-Zahl zitiert wird.
Wie zuverlässig ist das Politbarometer?
Methodisch gehört es zu den etablierten Umfragen mit transparenter Dokumentation. Grenzen setzt die Statistik: Bei rund 1.400 Befragten beträgt der Fehlerbereich zwei bis drei Prozentpunkte, knappe Abstände zwischen Parteien sind daher nicht trennscharf. Zudem ist jede Umfrage eine Momentaufnahme – kein Wahlergebnis.
Warum zeigen verschiedene Institute unterschiedliche Werte?
Weil Stichproben, Erhebungswege und Gewichtungsmodelle sich unterscheiden – etwa beim Umgang mit Unentschlossenen oder der Parteibindung. Abweichungen von wenigen Punkten zwischen Forschungsgruppe Wahlen, Infratest dimap, Forsa oder YouGov sind deshalb normal; aussagekräftig ist das Bild über mehrere Institute hinweg.
Wo finde ich die Langzeitentwicklung des Politbarometers?
Auf der Website der Forschungsgruppe Wahlen: Dort stehen die aktuellen Ausgaben, die Langzeitentwicklung als Grafiken und Tabellen sowie Erläuterungen zur Methodik und zu den genauen Frageformulierungen frei zugänglich bereit.
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Fazit
Das Politbarometer ist der verlässlichste Taktgeber der deutschen Umfragelandschaft – wenn man es richtig liest: Projektion statt Stimmung, Trends statt Einzelwerte, Fehlerbereich statt Scheinpräzision. Wer diese drei Regeln kennt, kann aktuelle Schlagzeilen selbst einordnen – die jeweils neuesten Zahlen und die Langzeitreihen seit 1977 liefert die Forschungsgruppe Wahlen frei zugänglich. Mehr aktuelle Meldungen findest du laufend in unseren News und im Ratgeber-Bereich.