Wem gehört OBI? Die kurze Antwort: Der größte deutsche Baumarkt-Betreiber gehört zu rund 74 Prozent der Tengelmann-Gruppe – und damit der Familie Haub, einer der reichsten Unternehmerfamilien des Landes. Die übrigen rund 26 Prozent hält ausgerechnet ein Bochumer Autohändler: die Lueg-Gruppe. Börsennotiert ist OBI nicht, eine OBI-Aktie können Sie also nicht kaufen. Und wie so oft in unserer Eigentümer-Serie ist die Geschichte dahinter besser als die nackte Beteiligungsquote – sie beginnt mit einem Firmennamen, der für 3.000 Francs aus Frankreich importiert wurde.
Wem gehört OBI? Tengelmann, die Familie Haub und ein Name aus Frankreich

| Gesellschafter | Anteil | Hintergrund |
|---|---|---|
| Tengelmann-Gruppe (Tengelmann Twenty-One KG) | rund 74 % | Familienholding der Familie Haub, geführt von Christian Haub; im Portfolio u. a. auch KiK |
| Lueg-Gruppe | rund 26 % | Traditionsreicher Automobilhändler aus Bochum |
Das operative Geschäft läuft unter der OBI Group Holding mit Sitz in Wermelskirchen – dort, wo OBI seit Jahrzehnten zu Hause ist. Mit über 640 Märkten in mehreren europäischen Ländern und rund 40.000 Beschäftigten ist OBI der größte Baumarkt-Betreiber Europas; an der Spitze steht seit einigen Jahren CEO Sebastian Gundel.
Ein Hamburger Baumarkt und ein französischer Name
Die Geschichte beginnt 1970 im Alstertal-Einkaufszentrum in Hamburg-Poppenbüttel: Emil Lux und Manfred Maus hatten in den USA das Do-it-yourself-Prinzip kennengelernt – Werkzeug, Farben, Holz und Eisenwaren unter einem Dach statt verteilt auf ein Dutzend Fachgeschäfte – und eröffneten dort ihren ersten Markt. Der Markenname war ein Import: Maus kaufte «Obi» für 3.000 Francs von französischen Geschäftsleuten; das Wort ist schlicht die französische Aussprache von «Hobby», bei der das H stumm bleibt. Kurios bis heute: Laut Kaufvertrag dürfen in Frankreich keine OBI-Märkte eröffnet werden.
Wie Tengelmann zum OBI-Eigentümer wurde
1985 übernahm die Tengelmann-Gruppe – damals vor allem als Lebensmittelhändler bekannt – die Mehrheit an OBI; 2007 stockte sie durch den Kauf der Anteile der Gründerfamilie Lux auf die heutigen rund 74 Prozent auf. Wem gehört OBI also wirklich? Faktisch der Familienholding in München: Für Tengelmann wurde der Baumarkt über die Jahre vom Nebengeschäft zum Kronjuwel – Nach dem Verkauf der Supermarkt-Sparten ist die Münchner Holding heute ein Familien-Investor mit Beteiligungen an über 50 Unternehmen – OBI ist die größte davon. Hinter allem steht die Familie Haub, deren jüngere Geschichte mit dem Verschwinden von Karl-Erivan Haub 2018 und dem anschließenden Übernahme-Ringen der Brüder auch abseits der Bilanz Schlagzeilen schrieb; heute führt Christian Haub die Gruppe.
Wem gehören BAUHAUS, Hornbach und toom?
Der Rest des deutschen Baumarkt-Quartetts ist ähnlich unterschiedlich aufgestellt: toom Baumarkt gehört vollständig zur REWE Group (die ganze toom-Geschichte) – der Kölner Handelsriese mit genossenschaftlichen Wurzeln betreibt die Kette als Nahversorger unter den Baumärkten. Hornbach ist der einzige börsennotierte Vertreter: Die Hornbach-Gruppe notiert an der Frankfurter Börse, wird aber weiterhin von der Gründerfamilie geprägt, deren Handwerks-Wurzeln bis ins Jahr 1877 zurückreichen. BAUHAUS schließlich, 1960 von Heinz-Georg Baus in Mannheim gegründet, ist das verschwiegenste Unternehmen der Branche (warum, lesen Sie hier): inhabergeführt, ohne Börsennotierung, mit Gesellschaftsstrukturen über Schweizer Holdinggesellschaften – Umsatzzahlen und Beteiligungsdetails dringen nur selten nach außen. Beim Umsatz liefern sich BAUHAUS und OBI seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die deutsche Spitze, während OBI bei der Zahl der Standorte klar führt.
Wem gehört OBI – und was heißt das für Kunden?
Im Alltag wenig – und genau das ist die Nachricht: Alle vier Ketten sind stabil aufgestellt, ein Eigentümerwechsel mit Filialabbau ist derzeit nirgends absehbar. Wo die Märkte stehen und welche Kette in Ihrer Stadt vertreten ist, zeigt unser Überblick Baumärkte in Deutschland – inklusive der Standort-Details zu jedem einzelnen Markt im Verzeichnis, bei deutschen OBI-Märkten sogar mit direkter Markt-Durchwahl.
Und wenn Sie Eigentümer-Ketten grundsätzlich packen: In der Serie haben wir bereits aufgeschlüsselt, wem MediaMarkt gehört (Stichwort JD.com), wem IKEA gehört (das Stiftungsgeflecht) und wem Vattenfall gehört – dort steht gleich ein ganzer Staat hinter der Marke.
Häufige Fragen
Wem gehört OBI?
Rund 74 Prozent hält die Tengelmann-Gruppe der Familie Haub, rund 26 Prozent die Lueg-Gruppe aus Bochum. Die OBI Group Holding sitzt in Wermelskirchen.
Ist OBI an der Börse?
Nein. OBI ist nicht börsennotiert; eine OBI-Aktie gibt es nicht. Wer in einen deutschen Baumarkt-Betreiber investieren will, findet mit der Hornbach-Gruppe den einzigen börsennotierten Vertreter.
Ist OBI ein deutsches Unternehmen?
Ja – gegründet 1970 in Hamburg, mit Sitz in Wermelskirchen und deutschen Eigentümern. Nur der Name kommt aus Frankreich: «Obi» ist die französische Aussprache von «Hobby».
Wem gehört toom Baumarkt?
toom gehört vollständig der REWE Group – und damit letztlich einer Genossenschaft selbstständiger Kaufleute. Details im Serien-Artikel Wem gehört toom?
Wem gehört BAUHAUS?
Mehrheitlich der Heinz Baus Privatstiftung in Linz, der Rest liegt unverkäuflich bei der Gründerfamilie. Die ganze Geschichte: Wem gehört BAUHAUS?