Wem gehört BAUHAUS? Die kurze Antwort: mehrheitlich einer Stiftung, von der die meisten Kunden noch nie gehört haben. Rund 60 Prozent der Bauhaus-Gruppe liegen seit dem Tod des Gründers Heinz-Georg Baus bei der Heinz Baus Privatstiftung im österreichischen Linz, die restlichen rund 40 Prozent halten Familienmitglieder als unverkäufliche Anteile. Der offizielle Sitz der Bauhaus AG liegt nicht etwa in Mannheim, wo 1960 alles begann – sondern im schweizerischen Belp bei Bern. BAUHAUS ist damit das verschwiegenste Unternehmen der deutschen Baumarkt-Branche, und genau diese Diskretion hat Methode.
Wem gehört BAUHAUS? Eine Stiftung in Linz und der «Mystery-Man» aus Mannheim

| Gesellschafter | Anteil | Hintergrund |
|---|---|---|
| Heinz Baus Privatstiftung, Linz | rund 60 % | 2015 vom Gründer errichtet; Stiftungszweck: «Sicherung und Erhalt der Bauhaus Gruppe als Familienunternehmen» |
| Familie Baus | rund 40 % | unverkäufliche Anteile; Sohn Bernd Baus in der Führung aktiv |
Eine BAUHAUS-Aktie gibt es nicht und wird es nach dem Willen des Gründers auch nie geben: Um die Jahrtausendwende gab es zwar Kooperationsgespräche mit dem US-Riesen Home Depot und zwischenzeitlich Berichte über einen möglichen Börsengang – am Ende blieb das Unternehmen unabhängig von externem Kapital und wurde 2015 stattdessen in die Stiftung überführt.
Vom Schreiner-Sohn zum «Mystery-Man»
Die Geschichte beginnt 1960 in Mannheim: Der 26-jährige Heinz-Georg Baus eröffnete in der Schreinerei seines Vaters das erste Geschäft – inspiriert von den amerikanischen Do-it-yourself-Ketten, deren Selbstbedienungs-Prinzip er nach Deutschland holte. Mit dem Fachcentrum-Konzept – eigenständige Fachabteilungen unter einem Dach – wuchs BAUHAUS über Jahrzehnte zur europäischen Größe: 1972 Österreich, 1988 Dänemark, 2006 der Markteintritt in der Schweiz. Baus selbst verlegte den Firmensitz schon früh in die Schweiz und blieb zeitlebens unsichtbar: kaum Interviews, kaum Fotos – die Schweizer Handelszeitung taufte ihn schlicht den «Mystery-Man». Erst seine Todesanzeige im Jahr 2016 zeigte der Öffentlichkeit ein Porträt des Patriarchen, dessen Vermögen Forbes zuletzt auf mindestens 3,8 Milliarden Dollar schätzte.
Wem gehört BAUHAUS seit 2016? Das Erbe des Gründers
Kurz vor seinem Tod regelte Baus die Nachfolge auf seine Weise: Statt das Unternehmen zu verkaufen oder an die Börse zu bringen, errichtete er 2015 die Privatstiftung in Linz – mit dem ausdrücklichen Zweck, die Gruppe als Familienunternehmen zusammenzuhalten. Nach seinem Tod im Mai 2016 gingen 60 Prozent auf die Stiftung über, der Rest als unverkäufliche Anteile an die Familie. Das Modell erinnert an einen anderen verschwiegenen Handelsriesen unserer Serie: Auch IKEA gehört einem Stiftungsgeflecht, das Verkauf und Zerschlagung praktisch unmöglich macht. Der Unterschied: BAUHAUS blieb dabei konsequent eine Familienangelegenheit – die Führung liegt heute bei einem kleinen Kreis um Sohn Bernd Baus.
Wem gehört BAUHAUS – und was heißt das für Kunden?
Im Markt-Alltag: Kontinuität. Die Stiftungskonstruktion schließt Übernahmen und Zerschlagung faktisch aus, und operativ liefern sich die Mannheimer mit OBI seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den umsatzstärksten deutschen Baumarkt – bei deutlich weniger, dafür größeren Standorten. Wo die rund 150 deutschen Fachcentren stehen und wie sich die vier Ketten unterscheiden, zeigt unser Überblick Baumärkte in Deutschland. Und die Eigentümer der Konkurrenz: Wem gehört OBI? (Tengelmann und ein Bochumer Autohändler) sowie Wem gehört toom? (am Ende eine Genossenschaft).
Häufige Fragen
Wem gehört BAUHAUS?
Rund 60 Prozent der Heinz Baus Privatstiftung in Linz, rund 40 Prozent der Gründerfamilie Baus als unverkäufliche Anteile. Sitz der Bauhaus AG ist Belp in der Schweiz.
Ist BAUHAUS an der Börse?
Nein – und die Stiftungskonstruktion des Gründers macht einen Börsengang oder Verkauf praktisch unmöglich. Wer in einen Baumarkt-Betreiber investieren will, findet mit Hornbach den einzigen börsennotierten Vertreter.
Wer hat BAUHAUS gegründet?
Heinz-Georg Baus, 1960 in Mannheim, in der Schreinerei seines Vaters – nach dem Vorbild amerikanischer Do-it-yourself-Ketten. Er starb 2016; sein Sohn Bernd ist heute in der Führung aktiv.
Ist BAUHAUS ein deutsches Unternehmen?
Gegründet in Mannheim und dort mit der Deutschland-Zentrale vertreten – der offizielle Sitz der Bauhaus AG liegt jedoch seit Jahrzehnten im schweizerischen Belp, Teile der Struktur in Österreich und Luxemburg.
Hat BAUHAUS etwas mit der Kunstschule Bauhaus zu tun?
Nein – die Baumarkt-Kette und die 1919 gegründete Design-Schule teilen nur den Namen. Das Unternehmen schreibt sich zur Unterscheidung durchgehend in Großbuchstaben: BAUHAUS.