Wirtschaft

Wem gehört GLS? Der Tscheche hinter dem Paketdienst

Wem gehört GLS – Daniel Křetínský, EP Group und die Eigentümerstruktur des Paketdienstes

Wem gehört GLS? Die kurze Antwort: dem tschechischen Milliardär Daniel Křetínský. Der Paketdienst General Logistics Systems ist eine Tochter der britischen Holding International Distributions Services plc (IDS) – und die gehört seit 2025 zur EP Group, der Investmentholding Křetínskýs. Rund 3,57 Milliarden Pfund (etwa 4,2 Milliarden Euro) ließ sich der Investor die Übernahme kosten. Damit hängt GLS am selben Konzern wie die britische Royal Mail – geführt wird der Paketdienst aber weiter eigenständig aus Amsterdam.

Kurz zusammengefasst
Wem gehört GLS? Die Eigentümer-Kette lautet: GLS → International Distributions Services plc (London) → EP Group von Daniel Křetínský. Schwesterunternehmen im Konzern ist die Royal Mail. Die Übernahme für 3,57 Milliarden Pfund wurde 2024 vereinbart und 2025 vollzogen.

Das Wichtigste im Überblick

  • GLS (General Logistics Systems B.V.) hat ihren Sitz in Amsterdam und gehört zur britischen Holding International Distributions Services plc.
  • IDS wiederum gehört seit 2025 der EP Group des tschechischen Unternehmers Daniel Křetínský – Kaufpreis: 3,57 Milliarden Pfund.
  • Schwesterunternehmen von GLS im Konzern sind die Royal Mail und der Expressdienst Parcelforce Worldwide.
  • GLS ist in rund 40 Ländern aktiv, beschäftigt etwa 23.000 Mitarbeiter und setzte im Geschäftsjahr 2023/24 rund 5,6 Milliarden Euro um.
  • Křetínský hat Investitionen in Paketstationen und Out-of-Home-Zustellung zugesagt – und für drei Jahre nach der Übernahme Struktur-Kontinuität versprochen.

Wem gehört GLS heute?

GLS gehört über zwei Stufen dem Investor Daniel Křetínský: Die operative GLS-Gruppe ist eine Tochter der International Distributions Services plc – der ehemaligen Royal Mail plc, die sich 2022 umbenannt hat. Diese Holding wiederum übernahm die EP Group 2025 vollständig, nachdem die Aktionäre dem Angebot über 3,57 Milliarden Pfund zugestimmt hatten und die Freigaben der Behörden vorlagen. Ganz neu war Křetínský dort nicht: Wie das Fachportal Paketda berichtet, hielt er über die Beteiligungsgesellschaft Vesa Equity bereits zuvor rund 27 Prozent an IDS und stockte mit der Übernahme auf die volle Kontrolle auf.

Wer ist Daniel Křetínský?

Daniel Křetínský ist ein tschechischer Milliardär, der sein Vermögen vor allem mit dem Energiekonzern EPH (Energetický a průmyslový holding) aufgebaut hat. Über seine Investmentholding EP Group ist er an Unternehmen quer durch Europa beteiligt – vom Energiesektor über Handel bis zu Medien und Fußball. Mit dem IDS-Kauf griff er erstmals nach einem kompletten nationalen Postkonzern samt europäischem Paketnetz. Sein erklärtes Ziel laut Übernahmedokument: GLS und die IDS-Gruppe zu einem der wichtigsten Postlogistikanbieter Europas auszubauen – mit laufenden Investitionen in Paketstationen, Paketshops und die Transportnetzwerke.

Wie hängen GLS und Royal Mail zusammen?

GLS und Royal Mail sind Schwestern unter demselben Konzerndach – operativ aber strikt getrennt. Die Wurzeln von GLS liegen in Deutschland: 1989 als German Parcel gegründet, wurde das Unternehmen 1999 von der britischen Royal Mail Group übernommen und zur europäischen Paketsparte des Konzerns ausgebaut. Heute ist GLS laut Logistik Heute in rund 40 Ländern aktiv, vor allem in Europa sowie in den USA und Kanada – die deutsche Landesgesellschaft sitzt im hessischen Neuenstein. Während die Royal Mail mit dem britischen Briefgeschäft kämpft, gilt GLS im Konzern seit Jahren als Ertragsbringer.

Was bedeutet die Übernahme für GLS-Kunden?

Für Empfänger und Versender ändert sich im Alltag zunächst nichts: Tracking, Zustellung und Preise laufen unverändert über die bestehenden GLS-Strukturen, und Křetínský hat zugesichert, drei Jahre lang keine Veränderungen an Eigentümerstruktur und Führung von GLS und Royal Mail vorzunehmen. Spürbar werden dürfte eher der Ausbau: Die angekündigten Investitionen fließen in Paketstationen und Out-of-Home-Zustellung – dazu passt das Partnernetz mit DPD, das bis 2027 auf rund 20.000 Außer-Haus-Punkte in Deutschland wachsen soll. Wie du den Status deiner Sendung prüfst, zeigt unser Ratgeber zur GLS Sendungsverfolgung; welche Zustelloptionen du dabei steuern kannst, erklärt GLS Paket umleiten.

GLS im Steckbrief
Vollständiger Name General Logistics Systems B.V.
Hauptsitz Amsterdam, Niederlande
Gegründet 1989 (als German Parcel)
Eigentümer International Distributions Services plc, seit 2025 Teil der EP Group (Daniel Křetínský)
Umsatz rund 5,6 Milliarden Euro (Geschäftsjahr 2023/24)
Mitarbeiter rund 23.000
Märkte rund 40 Länder in Europa plus USA und Kanada

(Auch interessant: Wem gehört 50Hertz? Belgier, Bund und die China-Abwehr)

Häufig gestellte Fragen

Ist GLS ein deutsches Unternehmen?

Nein – die GLS-Gruppe sitzt in Amsterdam und gehört zur britischen IDS-Holding. Die Wurzeln sind aber deutsch: 1989 als German Parcel gegründet, und die deutsche Landesgesellschaft GLS Germany hat ihren Sitz im hessischen Neuenstein.

Gehört GLS zu DHL oder DPD?

Nein. GLS ist von beiden unabhängig: DHL gehört zur deutschen DHL Group, DPD zur französischen Geopost. Mit DPD kooperiert GLS lediglich beim gemeinsamen Abholnetz aus Paketshops und Stationen in Deutschland.

Wem gehörte GLS vor der Übernahme?

Der börsennotierten International Distributions Services plc, die bis 2022 Royal Mail plc hieß. Deren Aktien lagen bei Streubesitz-Anlegern – größter Einzelaktionär war schon damals Daniel Křetínský mit rund 27 Prozent über Vesa Equity.

Wie viel hat Daniel Křetínský für GLS bezahlt?

Die EP Group übernahm die gesamte IDS-Holding – also GLS samt Royal Mail – für 3,57 Milliarden Pfund, umgerechnet rund 4,2 Milliarden Euro. Ein separater Kaufpreis nur für GLS wurde nicht ausgewiesen.

Bleibt die Royal Mail Teil desselben Konzerns wie GLS?

Ja. Royal Mail, Parcelforce Worldwide und GLS gehören weiterhin gemeinsam zur IDS-Holding unter dem Dach der EP Group. Křetínský hat für drei Jahre nach der Übernahme zugesichert, an dieser Struktur nichts zu ändern.

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Fazit

Wem gehört GLS? Am Ende der Kette steht ein Name: Daniel Křetínský. Der Paketdienst mit deutschen Wurzeln, Amsterdamer Zentrale und britischer Konzernmutter gehört seit 2025 zur EP Group des tschechischen Milliardärs – und dürfte davon eher profitieren: Investiert wird dort, wo Kunden es merken – bei Paketstationen, Abholpunkten und dem Netzausbau.