Wirtschaft

Wem gehört mobile.de? Die Fahrzeugbörse hinter dem Investoren-Deal

Person prüft mit dem Smartphone einen Gebrauchtwagen auf einem Händlerhof

Wem gehört mobile.de? Deutschlands grösste Fahrzeugbörse hat dieselbe überraschende Antwort wie ihre Schwester Kleinanzeigen.de: nicht mehr eBay. Seit 2021 gehört mobile.de zur norwegischen Adevinta-Gruppe – und die wiederum seit 2024 einem Konsortium von Finanzinvestoren um Permira und Blackstone, das den Konzern für rund 12 Milliarden Euro übernahm und von der Börse nahm. Für die Millionen Auto-Suchenden änderte sich am Portal wenig; hinter den Kulissen wechselte eine der wertvollsten deutschen Plattformen gleich zweimal binnen weniger Jahre den Besitzer.

Das Wichtigste in Kürze
  • mobile.de gehört zur norwegischen Adevinta-Gruppe – seit dem 2,5-Milliarden-Deal mit eBay im Jahr 2021
  • Adevinta selbst liegt seit 2024 bei einem Investoren-Konsortium um Permira und Blackstone (~12 Mrd. € Übernahme, Delisting in Oslo)
  • Schwester-Plattform unter demselben Dach: Kleinanzeigen.de – beide Portale sitzen in Kleinmachnow bei Berlin
  • Hauptkonkurrent AutoScout24 gehört einem anderen Finanzinvestor (Hellman & Friedman) – die beiden Börsen sind keine Geschwister

Die Eigentümer-Kette: von der Garage über eBay zu Adevinta

mobile.de ging bereits 1996 online und gehört damit zu den ältesten Fahrzeugbörsen der Welt – lange bevor Online-Marktplätze Alltag waren. 2004 übernahm der amerikanische eBay-Konzern die Plattform und baute sie neben dem Kerngeschäft zur festen Grösse im deutschen Automarkt aus. Der grosse Schnitt kam 2021: eBay verkaufte seine gesamte internationale Kleinanzeigen-Sparte – mobile.de und eBay Kleinanzeigen eingeschlossen – für 2,5 Milliarden Euro an die norwegische Adevinta, bezahlt grossteils in Adevinta-Aktien. Damit wurde eBay zunächst grösster Aktionär der neuen Mutter, musste auf Druck der österreichischen Kartellbehörde aber ein Paket für 1,9 Milliarden Euro an Permira abgeben – rückblickend der Türöffner für das, was folgte.

2024: Die Milliarden-Übernahme durch das Investoren-Konsortium

Im November 2023 legte ein Konsortium um die Beteiligungsgesellschaften Permira und Blackstone ein Übernahmeangebot über 141 Milliarden norwegische Kronen – rund 12 Milliarden Euro – für Adevinta vor, einer der grössten europäischen Deals des Jahres. Im Mai 2024 war der Vollzug gemeldet: Das Übernahmevehikel Aurelia Bidco Norway kontrollierte rund 95 Prozent der Anteile, beteiligt sind neben Permira und Blackstone auch General Atlantic und TCV. Adevinta verliess die Börse in Oslo; eBay und der norwegische Verlagskonzern Schibsted stiegen aus. Seither gehört mobile.de – wie das gesamte Adevinta-Portfolio von Leboncoin in Frankreich bis Marktplaats in den Niederlanden – Finanzinvestoren, deren Modell auf Wertsteigerung und einen späteren Verkauf oder Börsengang angelegt ist.

mobile.de und Kleinanzeigen: Geschwister mit gemeinsamer Adresse

Betrieben wird die Fahrzeugbörse von der Mobile.de GmbH in Kleinmachnow bei Berlin – am selben Standort wie die Kleinanzeigen GmbH, mit der sie seit den eBay-Jahren verbunden ist. Beide Plattformen wechselten 2021 im selben Deal den Eigentümer; die ganze Geschichte der Schwester samt Umbenennung von «eBay Kleinanzeigen» liest du im Artikel Wem gehört Kleinanzeigen.de?. Wichtig für die Einordnung des Marktes: Der ewige Rivale AutoScout24 ist kein Konzernbruder – er wurde 2020 von Scout24 an den US-Finanzinvestor Hellman & Friedman verkauft. Deutschlands Fahrzeugbörsen-Duell ist damit auch ein Duell zweier Investoren-Lager.

Was das für Käufer und Händler bedeutet

Geld verdient mobile.de vor allem mit gewerblichen Händlern, die für Inserate und Platzierungen zahlen, dazu kommen Werbung und Zusatzdienste rund um Finanzierung und Bewertung. Unter den neuen Eigentümern investiert die Plattform sichtbar in geprüfte Angebote, Online-Kauf-Abwicklung und Schutz vor Betrugsinseraten – im Wettbewerb mit AutoScout24 und den Direktankäufern. Wer übrigens nach dem Online-Fund einen Händler vor Ort sucht: Im Verzeichnis findest du Fahrzeughändler nach Region.

Häufige Fragen

Gehört mobile.de noch zu eBay?

Nein. eBay verkaufte mobile.de 2021 zusammen mit der übrigen Kleinanzeigen-Sparte an Adevinta und trennte sich später auch von seinen Adevinta-Anteilen. Seit 2024 gehört die Mutter einem Investoren-Konsortium um Permira und Blackstone.

Sind mobile.de und Kleinanzeigen.de dasselbe Unternehmen?

Es sind eigenständige Plattformen mit eigenen Konten und Regeln – aber Schwestern unter demselben Adevinta-Dach, mit Sitz am selben Standort in Kleinmachnow bei Berlin.

Gehört AutoScout24 auch zu Adevinta?

Nein. AutoScout24 gehört seit 2020 dem US-Finanzinvestor Hellman & Friedman. Die beiden grossen deutschen Fahrzeugbörsen haben also unterschiedliche Eigentümer und stehen in direktem Wettbewerb.

Ist mobile.de an der Börse?

Nein – weder die Mobile.de GmbH noch die Mutter Adevinta sind börsennotiert. Adevinta wurde nach der Übernahme 2024 von der Osloer Börse genommen.

Seit wann gibt es mobile.de?

Seit 1996 – damit zählt die Plattform zu den ältesten Online-Fahrzeugbörsen weltweit und war fast ein Jahrzehnt vor der eBay-Übernahme von 2004 am Netz.

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